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Traden nach Plan: So entwickeln Sie einen systematischen Handel

Ein Trading-Plan machen

Um an den Börsen erfolgreich zu sein, ist ein Trading-Plan eine unabdingbare Voraussetzung. Doch Trading-Plan ist nicht gleich Trading-Plan. Wie ein erfolgreicher Trading-Plan aussehen und Ihnen bei Ihrem Trading helfen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

Es gibt keine erfolgreicheren Anleger und Investoren als jene, die konsequent und möglichst ohne Emotionen nach einem vorher festgelegten Plan ihre Kauf- und Verkaufsaktivitäten auf den Märkten dieser Welt durchführen. Dies gilt unabhängig davon, welche Vermögenswerte gehandelt werden. Wer ohne Plan aus dem Bauch heraus Anlageentscheidungen trifft, wird früher oder später menschlichen Emotionen wie Gier, Angst und Panik erliegen und scheitern. Schutz davor bietet nur ein Trading-Plan, der genau vorsieht, was in bestimmten (Extrem-)Situationen zu tun ist.

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WIE IST EIN TRADING-PLAN AUFGEBAUT?

Trading-Pläne gibt es wie Sand am Meer – gute wie schlechte. Sie brauchen nur zu googeln. So unterschiedlich die Anlegertypen sind, so unterschiedlich sind auch die Trading-Pläne. Doch was trennt die Spreu vom Weizen? Wie erkennt man einen erfolgversprechenden Trading-Plan und wie erstellt man selbst einen solchen?

DIE ERSTELLUNG EINES TRADING-PLANS IST ZEITINTENSIV

Es reicht nicht, einige Punkte schriftlich festzuhalten, nur um das eigene Gewissen zu beruhigen. Die Erstellung eines Trading-Plans kann mit der Erstellung eines Businessplans verglichen werden und ist zeitintensiv. Zeit, die aber sinnvoll investiert ist. Allen erfolgversprechenden Trading-Plänen ist gemeinsam, dass sie bestimmte Elemente enthalten, die aufeinander abgestimmt sind und sich optimal ergänzen. Tabelle 1 zeigt den Aufbau eines Trading-Plans.

Tabelle 1 zeigt beispielhaft den Aufbau eines konservativen Trading-Plans. Neben der Zielsetzung und dem Trading-Kapital darf natürlich eine ausgeklügelte Strategie mit Setup, Exit, Risiko- und Money-Management nicht fehlen. Wichtig sind auch klare Verhaltensregeln bei aufgelaufenen Gewinnen beziehungsweise Verlusten. 

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DIE ZIELSETZUNG

Zuerst sollte ein Trading-Ziel formuliert werden. Die meisten Börsenneulinge wollen viel Geld in möglichst kurzer Zeit erwirtschaften. Das ist unmöglich. Das Problem dabei ist nicht, viel Geld an den Börsen zu verdienen, sondern viel Geld möglichst schnell zu verdienen. Geduld ist eine der wichtigsten Tugenden an der Börse. Wer nicht geduldig auf seine Möglichkeiten an der Börse wartet, kann sein Geld ebenso aus dem Fenster werfen.

ZIELE SOLLTEN SMART SEIN

  • S wie spezifisch, also konkret: Wie viel Geld möchte ich tatsächlich an den Börsen verdienen?
  • M wie messbar, das heißt, es muss möglich sein, die gesetzten Ziele zu überprüfen. Das Ziel, „viel Geld“ zu verdienen, ist beispielsweise nicht kontrollierbar. Was ist schon „viel Geld“?
  • A wie attraktiv und akzeptiert; die Ziele sollten Ansporn sein, aber ebenso von Ihnen und dem Umfeld angenommen werden. Es nützt nichts, wenn Sie täglich Stunden mit Analyse und Recherche verbringen, um den erfolgversprechendsten Trade zu finden, wenn Ihr Partner dabei nicht mitmacht. Auch von diesem muss Ihr Ziel voll akzeptiert und angenommen werden.
  • R wie realistisch, das heißt, nur wenn die Ziele realistisch sind, besteht die Möglichkeit, diese auch zu erreichen. Nichts ist demotivierender als ein unrealistisches Ziel. Unrealistisch wäre beispielsweise die Annahme, mit den Gewinnen aus einem Trading-Kapital von 5000 Euro den Lebensunterhalt bestreiten zu können.
  • T wie terminiert, das heißt, es muss im Vorhinein festgelegt werden, zu welchem Zeitpunkt die Ziele erreicht sein müssen. Sonst laufen Sie Gefahr, die Zielerreichung immer weiter in die Zukunft zu verlagern.

DAS KAPITAL

Gleich zu Beginn müssen Sie das Kapital bestimmen, mit dem Sie handeln wollen. Dies ist ein enorm wichtiger Bestandteil des Trading-Plans. Riskieren Sie nur Kapital, dessen Verlust Sie auch wirklich verkraften können; der Verlust darf Sie später nicht in eine Sinn- oder Lebenskrise stürzen. Machen Sie sich von Anfang an klar, ob Sie auf dieses Kapital im Ernstfall tatsächlich verzichten können. Kapital, das Sie für spätere Anschaffungen oder für Ihre Altersvorsorge benötigen, darf auf gar keinen Fall in spekulative Anlageformen fließen. Ebenso tabu ist es, auf Kredit an der Börse zu spekulieren: Viele haben sich dabei schon die Finger verbrannt.

DAS SETUP

Die meisten angehenden Trader verbringen sehr viel Zeit damit, das perfekte Setup, also den optimalen Kauf- oder Verkaufszeitpunkt an den Börsen zu finden. Erstaunlicherweise hat sich in zahlreichen Untersuchungen immer wieder gezeigt, dass der Einstieg gar nicht das ausschlaggebende Moment für den Erfolg oder Misserfolg an den Börsen ist. Dennoch sollte natürlich der Zeitpunkt des Einstiegs gut geplant und durchdacht sein. In einem Trading-Plan sollte genau definiert werden, wann Sie einen Trade eingehen wollen. Dazu können Sie die Fundamentalanalyse oder Technische Analyse heranziehen, selbstverständlich auch eine Kombination aus beiden. Stellen Sie ein exaktes Regelwerk auf, das Ihnen ganz klar vorgibt, wann eine Position zu eröffnen ist.


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Beispielhaft könnte ein Setup folgendermaßen aussehen:  Eröffne eine Long-Position (Kauf), wenn der Moving Average Convergence/Divergence* (MACD) des entsprechenden Wertpapiers in der Einstellung MACD (35, 65, 35) eine Überschneidung nach oben vollzieht und die exponentiellen Moving Averages EMA (14) und EMA (55) steigen. Im umgekehrten Fall soll eine Short-Position (Verkauf) eröffnet werden. Diese technischen Indikatoren finden sich übrigens in jedem beliebigen Chartprogramm.

Dabei ist zu beachten, dass das Setup dem KISS-Prinzip (Keep it simple, stupid!) folgt. Halten Sie Ihre Setups einfach; sonst laufen Sie womöglich Gefahr, Curve Fitting (Überoptimierung) zu betreiben. Solche überoptimierten TradingSysteme sind in der Praxis nicht zu gebrauchen.

DER EXIT

Es ist äußerst wichtig, gleich bei Positionseröffnung den Stopp-Loss und das Gewinnziel dieser Position festzulegen. Viele Trader gehen eine Position ein und machen sich über mögliche Verluste oder Gewinne keine Gedanken, sondern lassen die Position zunächst einfach laufen. Diese Trader handeln nicht nach Plan, sondern vertrauen auf das bloße Glück. Läuft die Position dann in den Verlust, wird häufig versucht abzuwarten und den Verlust „auszusitzen“. Solche Positionen werden oft über Jahre gehalten. Es gibt zahlreiche Anleger, die im Internet-Aktien-Hype im Jahr 1999 Infineon-Aktien gekauft haben und noch heute auf den Buchverlusten sitzen. Aber auch wenn die Position in den Gewinn läuft, warten viele Anleger ab, um vielleicht noch mehr Gewinn zu erzielen. Nur wenige Anleger haben die Infineon-Aktien im Jahr 2000 mit Gewinn veräußert. Die Gier ließ sie auf immer höhere Aktienkurse hoffen – mit der bekannten Konsequenz. Gewinn- und Verlustziele müssen exakt bestimmt werden. Hierfür ist ein striktes Risiko- und Money-Management notwendig.

RISIKO- UND MONEY-MANAGEMENT

Wer kein Risiko- und Money-Management betreibt, wird auf Dauer keinen Erfolg an den Börsen erzielen. Dieser Baustein des Trading-Plans ist wahrscheinlich der wichtig- ste überhaupt: Nur ein Risiko- und Money-ManagementSystem machen aus einem guten Trading-System ein sehr gutes. Selbst ein nur durchschnittliches Trading-System kann dadurch zu einem guten und profitablen Trading-System werden. Umgekehrt kann aus einem guten Trading-System ohne Risiko- und Money-Management-System ein verlustbringendes Trading-System werden.


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Vereinfacht dargestellt geht es beim Risiko- und MoneyManagement darum, einerseits die Höhe der maximalen Verluste zu steuern und andererseits die Positionsgrößen zu bestimmen. Nur wenn Sie Ihre Verluste begrenzen und Ihre Gewinne laufen lassen, werden Sie dauerhaft profitabel handeln. Hierzu gibt es viele Modelle und Strategien.

Für Einsteiger haben sich die 1-Prozent- und 5-Positionen-Regel bewährt. Sie sollten pro Position maximal ein Prozent Ihres Gesamtkapitals riskieren und nie mehr als fünf Positionen gleichzeitig halten. So können Sie maximal fünf Prozent Ihres Trading-Kapitals auf einmal verlieren.

DAS TRADE-MANAGEMENT

Natürlich ist es mit der Festlegung eines Verlust- und Gewinnziels nicht getan. Sie müssen jede Position aktiv managen. So sollten Sie eine Position, sobald sie in den Gewinn läuft, absichern. Sie könnten beispielsweise festlegen, den StoppLoss auf das Einstiegsniveau (Break-Even) anzuheben, sobald die Position um den anfänglichen Risikobetrag ins Plus gelaufen ist. Bewährt hat sich auch ein Trailing-Stopp, der den Stopp-Loss automatisch anhebt, wenn die Position weiter in den Gewinn läuft. Sie müssen auch vor Beginn des Trades bestimmen, ob Sie bei Erreichen des Gewinnziels die gesamte Position schließen oder nur einen Teil davon glattstellen. Auch die Frage, ob und wann Sie die Position aufstocken wollen (Pyramidisierung), muss im Vorfeld eindeutig geklärt werden.

TRADING-PLAN-INHALT: TRADING-JOURNAL

Von den meisten – erfolglosen – Tradern sträfl ich vernachlässigt wird das Trading-Journal. Dahinter verbirgt sich die Aufzeichnung und Auswertung aller durchgeführten Trades. Wenn Sie ein erfolgreicher Trader werden wollen, müssen Sie über Ihre Trades exakt Buch führen. Wann sind Sie den Trade eingegangen? Aus welchem Anlass? Wie war Ihre Stimmungslage? Wann wurde der Trade geschlossen? Aus welchem Grund? Haben Sie Ihren Trading-Plan exakt eingehalten? Ober haben Ihre Emotionen die Oberhand gewonnen?

Welche Anmerkungen Sie in Ihrem Trading-Journal aufführen, entscheiden einzig und allein Sie. Letztlich sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Sinnvoll ist, das TradingJournal multimedial zu führen und Grafi ken, Charts et cetera einzufügen. Anhand Ihrer durchgeführten und ausgewerteten Trades können Sie wertvolle Erkenntnisse gewinnen. Analysieren Sie Ihre Trades off en und ziehen Sie daraus die logischen Konsequenzen. Vielleicht kristallisieren sich bestimmte Tageszeiten heraus, an denen Ihr Setup besonders gut funktioniert. Oder Sie gewinnen die Erkenntnis, dass Ihre Trades ab 18:00 Uhr überhaupt nicht funktionieren. Sie können Ihre durchschnittliche Treff erquote ebenso wie den statistischen Erwartungswert Ihres Trading-Systems ermitteln. Ein Trading-Journal wertet Ihr Trading-System aus und zeigt Ihnen objektiv und schonungslos auf, ob es funktioniert oder nicht. Nur dadurch haben Sie die Möglichkeit, aus Ihren Fehlern zu lernen und Ihr Trading permanent zu verbessern. Ein erfolgreicher Profi -Trader investiert meist täglich mindestens eine Stunde in die Pflege und Auswertung des Trading-Journals.

In Tabelle 2 sehen Sie ein einfaches Trading-Journal. Es zeigt, ob Ihr Trading-System wirklich funktioniert. Durch farbliche Markierungen (etwa rot für Schwierigkeiten) können Sie Ihre bestehenden Trading-Probleme visualisieren. Nutzen Sie dies, um aus Ihren Fehlern zu lernen und Ihr Trading kontinuierlich zu verbessern.

Trading-Plan Information

Trading lernen: Trading-Plan

SONSTIGE BAUSTEINE

Die hier vorgestellten Bausteine eines Trading-Plans sind keinesfalls vollständig. Weitere mögliche und sinnvolle Komponenten wären zum Beispiel die Festlegung, wie Sie nach einem Drawdown von beispielsweise 15 Prozent reagieren oder wann Sie das Trading komplett einstellen wollen. Wichtig ist auch, an Ihren Trading-Fähigkeiten, Ihrem Wissen und Ihrem Trading-Plan zu arbeiten und entsprechende Zeiten hierfür einzuplanen. Trading und Lernen sind wie das Rudern gegen den Strom: Sobald Sie aufhören, treiben Sie zurück.

FAZIT

Trading ist harte Arbeit und erfordert Disziplin. Nur wenn Sie konsequent an sich, Ihrem Wissen und Ihrem Regelwerk arbeiten, ständig nach Verbesserung streben und sich vor allem zu 100 Prozent an Ihren Trading-Plan halten, sind Sie auf dem besten Weg, ein dauerhaft erfolgreicher Trader zu werden.

Wilhelm Eder

Trader Wilhem Eder

Wilhelm Eder ist gelernter Banker und Diplom-Kaufmann. Seit über 20 Jahren beschäftigt er sich mit den Finanzmärkten. Seine Schwerpunkte liegen auf den Gebieten Wealth Management, Asset Allocation und Risiko-Management. Er entwickelt und optimiert individuelle Investmentstrategien und betreut sowohl institutionelle als auch vermögende Privatkunden. Daneben ist er als Autor und Lehrbeauftragter tätig.  Quelle: Traders' Mag.


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