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Carsten Umland: Halbautomatischer Handel nach Markttechnik

Traden wie Carsten Umland.

Wer die Markttechnik kennt, weiß, dass ein Screener nach Mustern nicht funktioniert, ein kleiner Kunstgriff hingegen ganze Stunden an Arbeit einsparen kann – geistige Kombinationsgabe vorausgesetzt.

Carsten Umland studierte Betriebswirtschaft und handelt seit zehn Jahren an der Börse. Sein Handelsstil beruht auf der Markttechnik und seinen eigenen, langjährigen Erfahrungen. Als Trader handelt er Aktien und Futures-Kontrakte.

VORÜBERLEGUNGEN

Bevor man beim Trading zur Tat schreitet, sollte genau überlegt werden, welches Ziel überhaupt erreicht werden soll. Lassen Sie es uns zunächst so formulieren: Es soll uns darum gehen, mögliche Setups von Aktien nach dem Ansatz der Markttechnik mithilfe eines „Screeners“ in verschiedenen internationalen Indizes vorzufi ltern und dann die Entry- und Stopp-Order zu platzieren. Die Gewinnsicherung geschieht durch zwei Varianten: einen nachgezogenen Parabolic-Stopp durch die Orderplattform und einen Teilverkauf mit Limit am Punkt 2 nach der Markttechnik. Wir möchten also nicht voll-, sondern eben halbautomatisch handeln – die Setups sollen vorgefi ltert werden, aber die Orders für die für gut befundenen Aktien sollen manuell in die Orderplattform eingegeben werden. Soweit zur Zielsetzung. Im Weiteren gehen wir in zwei Teilschritten vor.

SCHRITT 1

Aus markttechnischer Sicht ist ein Trend etabliert, wenn zum Beispiel der Durchbruch durch einen Punkt 2 bestätigt wird. Die Punkte werden vom Beginn der Bewegung (1) zum ersten Hoch der Bewegung (2) und dann zur Korrektur (3) gezählt. Nach der Korrektur sollte der Markt wieder in Trendrichtung die Bewegung aufnehmen und das Hoch der ersten Bewegung überschreiten – somit sollte ein weiterer Punkt (2) entstehen.

Das heißt also, dass Sie zunächst einen intakten Trend benötigen – einen Abwärtstrend für ein Short- und einen Aufwärtstrend für ein Long Setup.

Die nächste Frage, die Sie sich stellen sollten, ist, womit Sie einen Trend darstellen können beziehungsweise ob es eine einfache Möglichkeit gibt, den Trend zu identifi zieren. Die schnelle Antwort lautet: Ja, die gibt es. Sie können zwar nicht die exakten Punkte nach Markttechnik bestimmen, aber das ist auch gar nicht nötig, da Sie im ersten Schritt nur nach einem generellen Trend suchen.

Den Trend wiederum können Sie über einen Gleitenden Durchschnitt definieren. Als Hilfsmittel dient Ihnen der exponentiell Gleitende Durchschnitt der letzten 50 Tage. Dieser gewichtet die letzten Kurse stärker als der normale Gleitende Durchschnitt.


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Wenn jetzt also die Kurse einer Aktie über dem eingefügten Durchschnitt notieren, haben wir generell steigende Kurse auf Sicht von 50 Tagen. Notieren die Kurse einer Aktie unter dem eingefügten Durchschnitt haben wir fallende Kurse auf Sicht der letzten 50 Tage. Soweit zur ersten technischen Vorüberlegung. Diese hat noch einen Schönheitsfehler, den Sie sicher sofort bemerkt haben. Was ist mit Seitwärtsphasen? Die Antwort darauf erhalten Sie im Laufe des Artikels.

SCHRITT 2

Wie bereits im Artikel „Mentale Stärke im Korrekturhandel“ (TRADERS´ 01/2010) beschrieben, ist Ihnen klar, dass am Punkt 2 aus Sicht der Markttechnik schon erste Gewinnmitnahmen stattfi nden werden. Also vermeiden Sie es, genau an diesem Punkt einzusteigen, sondern warten die Korrektur ab. Jetzt brauchen Sie ein wenig Kombinationsgabe: Zunächst einen Trend, der in jüngster Vergangenheit einen lokalen Extrempunkt ausgebildet hat. Einen Hochpunkt bei einem Aufwärtstrend und einen Tiefpunkt bei einem Abwärtstrend. Da Sie nicht am Punkt 2 einsteigen wollen, sondern aus der Korrektur heraus handeln wollen mit dem Ziel, dass der alte Extrempunkt getestet wird, brauchen Sie also einen Kurs der Aktie, die bei einem Aufwärtstrend zirka vier Tage korrigiert hat.

Kurz zusammengefasst lautet die Bedingung für einen Aufwärtstrend:

  • Der Kurs der Aktien soll ein 4Tages-Tief ausgebildet haben.

Und für einen Abwärtstrend:

  • Der Kurs der Aktien soll ein 4Tages-Hoch ausgebildet haben.

Diese scheinbar gegensätzlichen Gedanken ergeben in Schritt 3 dann einen ersten Sinn.

SCHRITT 3

Jetzt wird’s ernst. Sie haben nun also zwei Bedingungen defi niert. Als Beispiel nehmen Sie einen Aufwärtstrend (Bild 1). Der Chart zeigt einen intakten Aufwärtstrend, der durch jeweils höhere Tiefpunkte (Punkte 3 und 1) und höhere Hochpunkte (Punkte 2) defi niert wird. Der Kurs der Aktie notiert oberhalb des in blau dargestellten expotentiell Gleitenden 50-Tage-Durchschnitts.

Bild 1. Setup im Tageschart von Microchip (MCHP). Die Kurse von Microchip Technology (MCHP) liegen über dem blau dargestellten exponentiell Gleitenden 50-TageDurchschnitt, weshalb angenommen wird, dass die Aktie aufwärts tendiert. Die Kurse beenden anscheinend eine viertägige Korrektur. Sie lassen sich über dem letzten Hochpunkt des Vortages einstoppen und legen gleichzeitig eine Verkaufsorder unter das Vortagestief. Diese Order wird wie im Artikel beschrieben nach dem Level des Parabolic-Stopp nachgezogen. Die Limit-Order zum Verkauf der Teilposition kurz unter dem alten Hochpunkt wird ebenfalls gleich mit der Positionseröff nung in den Markt gelegt.

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1. Bedingung

Der Kurs der Aktie muss über dem expotentiell Gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage liegen.

2. Bedingung

Der Kurs der Aktie soll ein 4-Tages-Tief ausgebildet haben.

Aus diesen beiden Bedingungen ergibt sich folgende Schlussf olgerung: Die Aktien, die aufgrund dieser Bedingungen herausgefi ltert werden, haben einen generellen Aufwärtstrend und befi nden sich in einer viertägigen Korrektur. Also allerbeste Voraussetzungen, um aus der Korrektur heraus in Richtung des Aufwärtstrends zu handeln.

Jetzt kommt natürlich gleich Ihre berechtigte Frage: „Alles schön und gut. Wenn man diese Bedingungen über den S&P 500 Index fi ltern lässt, werden vielleicht 30 Aktien aufgelistet. Wie steige ich denn jetzt ein?“ Die einfache Antwort: Noch gar nicht.

Bislang haben Sie nur überlegt, wie Sie einen Trend fi ltern können, der sich in einer Korrekturphase befi ndet, ohne sich 500 Aktien direkt anschauen zu müssen. Als nächstes brauchen Sie eine visuelle Prüfung. Nehmen wir an, Sie haben Ihre Vorüberlegungen über den S&P 500 fi ltern lassen und bekommen jetzt wirklich 30 Aktien angezeigt. Dann sollten Sie diese nun einer visuellen Prüfung unterziehen. Damit kommen wir auch gleich auf die Eingangsfrage zurück: „Was ist mit Seitwärtsphasen?“. Sie suchen jetzt die Aktien aus, die einwandfrei einen aufwärtsgerichteten Trend ausgebildet haben.

DER EINSTIEG

Mit dem Verständnis für die Funktionsweise des Trends vertraut, stellen Sie nun die folgende Überlegung an: Wenn der Kurs der Aktie über dem Vortageshoch notiert, dann haben Sie aus Sicht der Markttechnik eine Umkehr der Nachfrage. Es ist mehr Kauf- als Verkaufsdruck am Markt und der Kurs der Aktie steigt.

Genau das ist der Punkt, den Sie gesucht haben. Sie platzieren nun einen Kaufauftrag für die Aktie über dem Vortageshoch. Sollte die Akte jetzt über dem Vortageshoch notieren, werden Sie eingesoppt. Ihre Verlustbegrenzung ist das Vortagestief, Ihr Ziel der alte Hochpunk der Aktie,  bevor er die Korrektur begonnen hatte.

DIE GEWINNSICHERUNG

Wenn Sie nach diesem Schema also von den 30 gesichteten Aktien zehn für handelnswert befunden und Sie Ihre Kaufaufträge im System haben, ist die Arbeit jedoch noch nicht getan. Sie handeln ja nicht um des Handelns Willen, sondern um durch den Handel Gewinne zu machen.Zumindest sollte das Ihre Intention sein.

Der nächste Gedankengang ist also: „Wie kann ich meine Stopps nachziehen, wenn ich die Position nicht überwachen kann?“ Hier haben Sie mehrere Möglichkeiten, die aber beide auf die Gewinnmaximierung hinauslaufen. Beschäftigen Sie sich zunächst mit dem Indikator ATR (Average True Range) oder dem Parabolic SAR von Welles Wilder. Beide Indikatoren sind für den Korrekturhandel, wie Sie ihn in diesem Artikel betreiben, eine wertvolle Hilfe, da sie die Stoppmarken Ihres Trades justieren.


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Nehmen Sie als Beispiel für diesen Artikel den Parabolic SAR in den Standardeinstellungen. Als Startwert nimmt der Indikator immer den Extrempunkt der letzten Trendphase und zieht dieses Level nach, wenn neue Hochpunkte in einem Aufwärtstrend erreicht werden.

Der Name „Parabolic“ ist übrigens auf den parabelähnlichen Verlauf des Indikators zurückzuführen, der aus dem beschleunigten Nachziehen der Stopp-Marken innerhalb der Trendbewegung resultiert. Lassen Sie bitte die genaue Berechnung und tiefergehende Details zum Indikator außen vor. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Der Indikator „Parabolic SAR“ ist nahezu unbrauchbar in Seitwärtsphasen, da dieser ständig die Stopp-Marken von Long auf Short wechselt. In unserem Fall müssen Sie dieses Wissen nur im Hinterkopf behalten, sollten Sie einmal auf eine größere Seitwärtsphase stoßen und den Indikator einsetzen wollen.

Soviel zu diesem kleinen Exkurs. Verwenden Sie den Indikator, um den Stopp nachziehen zu lassen. Leider unterstützt nicht jede Orderplattform der Broker dieses Feature.

Ein kurzes Fazit an dieser Stelle, da es sonst schnell unübersichtlich wird. Bisher haben Sie sich einen Ablauf geschaff en, der Ihnen aus den Aktienindizes alle Aktien herausfi ltert, die grundsätzlich tendieren und sich in einer viertägigen Korrektur befi nden. Ihr Ziel ist es nun, dass die Aktien die Korrektur beendet haben und Sie an der Bewegung aus der Korrektur heraus zum alten Extrempunkt (Hochpunkt im Aufwärtstrend und Tiefpunkt im Abwärtstrend) partizipieren können. Ihre Orders legen Sie manuell in die Orderplattform Ihres Brokers. Ihre Stopps werden durch den Parabolic-Stopp automatisch nachgezogen.

WEITERE ÜBERLEGUNGEN

Sie haben sich mit dem Handel aus der Korrektur heraus in einem bestehenden Trend in eine vorteilhafte Position gegenüber den Händlern gebracht, die erst am Punkt 2 nach Markttechnik einsteigen würden. Andererseits ist der Korrekturhandel weit entfernt vom System des „Heiligen Grals“. Das heißt, es ist durchaus möglich, dass die Kurse zwar den alten Extrempunkt, also das Hoch im Aufwärtstrend, beziehungsweise das alte Tief im Abwärtstrend erreichen, aber kurz davor oder danach aufgrund von zum Beispiel Gewinnmitnahmen wieder zurückkommen.

Mit diesem Wissen können Sie aber nun Ihr System optimieren. Damit Ihre Buchgewinne auch abgesichert werden, legen Sie eine Limit-Order kurz unter den letzten alten Extrempunkt (Bild 1).

Mit der Limit-Order tätigen Sie einen Teilverkauf der Position. Mit Ausführung der Order wird die restliche verbleibende Position zuerst automatisch auf Ihren Einstiegspreis gezogen und, sollte sich die Marke des ParabolicStopps über dem Einstandspreis befi nden, wieder hinter das Stopp-Level des Parabolic-Indikators nachgezogen.

Damit haben Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Einerseits haben Sie an einem markanten markttechnischen Punkt zwei Gewinne mitgenommen. Andererseits sichern Sie zuerst Ihre Buchgewinne ab, um dann, sollte der Kurs sich weiterhin in eine für Sie vorteilhafte Richtung entwickeln, die Gewinne weiter laufen zu lassen. Ausgestoppt werden Sie mit der restlichen Teilposition, entweder zum Einstandspreis oder durch das nachgezogene Level des Parabolic-Stopps.

EIN TYPISCHER TRADE-VERLAUF

In Bild 2 sehen Sie die Aktie von Bank of America mit einem Setup auf der Short-Seite. Ihre Bedingungen gelten nun genau umgekehrt zum Aufwärtstrend: • Kurs markiert ein 4-Tages-Hoch und notiert unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. • Einstieg am Vortagestief, Initial-Stopp am Vor ta geshoch. • Teilverkauf im Gewinnfall mit Limit am Punkt 2. • Stoppnachführung anhand des Parabolic (rote Markierung im Chart); sobald das Teilverkaufslimit  erreicht ist, ziehen Sie den Stopp unabhängig der Marktbewegung auf Ihren Einstiegskurs nach. Sollten Sie dann nicht ausgestoppt werden, folgt der Stopp der verbleibenden Position wieder dem ParabolicIndikator.

Bild 2. Short Trade bei Bank of America (BAC). Hier sehen Sie einen typischen Trade auf Grundlage der beschriebenen Technik. Der Einstieg erfolgt an Punkt A, der Initial-Stopp liegt am Hochpunkt B. Die roten Punkte markieren den Verlauf des Parabolic, anhand dessen die Stopps nachgezogen werden. Am Punkt C erfolgt ein Teilverkauf per Limit-Order.

Markttechnik Beispiel Aktien.

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Eine genaue Betrachtung des Charts sagt Ihnen, dass die Kurse keinen neuen Hochpunkt erreicht haben – das Hoch lag minimal unter dem Vortageshoch. Damit hat sich die Nachfrage an diesem Punkt erschöpft. Entscheidend für das Setup ist hier, das mit dem Unterschreiten des Vortagestiefs der Abwärtstrend fortgesetzt wird.

Für den Trade ergeben sich folgende Daten: • Einstieg bei 14,19 Dollar (Punkt A). • Initial-Stopp bei 14,52 Dollar (Punkt B).Teilverkauf der Position mit Erreichen des Punktes 2 bei 13,33 Dollar (Punkt C). • Nachziehen des Stopps für die verbleibende Position mittels des Parabolic (zuletzt bei 13,90 Dollar). • Chance/Risiko-Verhältnis = 2,61.

FAZIT

Unser Ziel, mithilfe eines Screeners tendierende Aktien, die sich in Richtung des übergeordneten Trends in der Korrektur befi nden, zu handeln ist nicht ganz einfach zu bewerkstelligen. Es gilt einige Eventualitäten zu berücksichtigen, doch wenn Sie den Arbeitsaufwand zum Beispiel vom manuellen Suchen nach solchen markttechnisch interessanten Phasen im S&P 500 berücksichtigen, dann ist dies eine zeitsparende Methode, um die wirklich guten Setups automatisch zu scannen.

Ein Kritikpunkt bleibt aber: Die Möglichkeit, die Stopps wie im Artikel beschrieben einsetzen zu können, ist leider nicht mit jedem Broker und jeder Software möglich. Eine einfache Möglichkeit, die Setups zu scannen, fi ndet sich zum Beispiel auf www.fi nviz.com im Bereich „Screener“, Unterbereich „Technical“. Dort können die Einstellungen wie im Artikel beschrieben vorgenommen werden.


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