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Giovanni Cicivelli – So funktioniert mein Trading-Ansatz (1)

Giovanni Cicivelli, Erfahrungen.

Giovanni Cicivelli ist ein erfahrener Profi-Trader und ausgefuchster Stratege. Er war vor 17 Jahren in der ersten Ausgabe von „Der Aktive Trader“ im Interview, als gerade die Zeit des Neuen Marktes zu Ende ging. Damals wie heute ist er hauptberuflich als Daytrader aktiv. Wie er dabei genau vorgeht, verrät er höchstens alle paar Jahre in einem Seminar, zu dem ihn seine Fans beinahe schon überreden müssen. Und tatsächlich ist es gar nicht so einfach, verständlich zu erklären, wie Giovanni Cicivelli in seinem Trading tagtäglich vorgeht.

Giovanni Cicivelli:

Giovanni Cicivelli, Trader.

  • Kommen wir zurück zu ihnen und der Geschichte, wie Sie im Trading erfolgreich wurden. Sie hatten ursprünglich eine Bankausbildung begonnen und dann aber tatsächlich gekündigt, um Trader zu werden, stimmt das?

Giovanni Cicivelli: Ja, damals hat das zum glück alles geklappt. Allerdings verstehe ich heute auch, dass es meiner Mutter so manche Sorgen bereitete. Stellen Sie sich mal vor, ihr Sohn kommt nach Hause, um Ihnen zu sagen, dass er seine solide Ausbildung bei einer großen deutschen Privatbank abbricht, um vor dem Computer zu zocken. Denn genau das war es aus ihrer Sicht.

  • Hatten Sie denn schon eine richtige Handelsstrategie?

Giovanni Cicivelli: Eigentlich nicht. Während der Ausbildung hatte ich immer meine PIN- und TAN-Listen dabei und handelte damit in den Mittagspausen. Es machte mir wirklich Spaß, auch wenn ich eigentlich immer nur abwechselnd gewonnen und verloren habe. Ein befreundeter Händler bei einer großen Investmentbank erzählte auch ab und zu geschichten, die das ganze wahnsinnig spannend für mich machten. Als ich dann bei einem gespräch dabei war, bei dem eine Privatkundenberaterin eine aus meiner Sicht völlig falsche Beratung ablieferte und ich aber als Azubi nichts sagen durfte, hatte ich keine wirkliche Lust mehr, dort zu arbeiten.

  •  Sie sind also einfach ins kalte Wasser gesprungen und haben es mit dem Trading versucht?

Giovanni Cicivelli:  Ganz genau. Ich hatte aber einen Plan B für den Fall, dass ich scheitern würde: studieren. Doch dazu kam es nie. Ich hatte 20.000 Deutsche Mark zum Handeln und legte los. Erstmal ging es ordentlich schief und ich verlor die Hälfte des geldes. Zwar hatte ich auch glückstreffer, zum Beispiel bei einer australischen Aktie, an die ich mich erinnere, wo ich 18.000 Mark an einem Tag verdiente. Aber ich habe das geld dann auch wieder verloren. Ich erkannte, dass mein unstrukturierter Ansatz nicht funktionieren würde, und nahm mir Zeit, um über Foren im Internet und in Chats zu lernen. Ich fing an, mir einen Plan zu erstellen, nach dem ich vorgehen und den ich wie in einem Beruf diszipliniert umsetzen würde. Es war damals noch keine ausgefeilte Strategie, aber in der hervorragenden Trading-Phase des Neuen Marktes schaffte ich es dennoch, das Konto auf eine halbe Million hochzuhandeln.

  • Das klingt wirklich verrückt. Wie war denn eine solche Rendite überhaupt möglich?

Giovanni Cicivelli:  Es war die Zeit des Neuen Marktes und es gab Ineffizienzen am laufenden Band. Man konnte zum Beispiel damals noch als Privatanleger erfolgreich Arbitrage betreiben, wenn Aktien an mehreren internationalen Börsen notiert waren. Zum Teil gab es da krasse Preisunterschiede. Ich kenne Trader, die damals mit einfachen Programmen in Excel-Sheets hantierten und sechsstellige gewinne im Jahr mit Arbitrage machten.

  • Auf welcher Zeitebene haben Sie damals gehandelt?

Giovanni Cicivelli: Ich war von Anfang an Daytrader und habe nie Aktien über Nacht gehalten. In meiner Anfangszeit war das natürlich ein Nachteil, da es im Neuen Markt immer mal wieder Aktien gab, die am nächsten Tag mit Kurslücken von zehn Prozent oder mehr im Plus eröffneten. Später erwies sich mein Ansatz aber als gut, da ich im Crash auch nicht von den Abwärtslücken betroffen war. Statt in dieser Zeit wie die meisten anderen Trader geld zu verlieren, konnte ich weiter gewinnen und begann im Jahr 2002 auch damit, Aktien zu shorten. Damals war das – abgesehen vom indirekten Weg über PutOptionsscheine – aber noch nicht ohne Weiteres möglich.

  • Können Sie uns genauer erzählen, wie ihr Handelsansatz aussieht?

Giovanni Cicivelli: Sehr gerne. Im Prinzip handle ich zwei Sachen: Nachrichten und Panik-Events. Mein Tagesgeschäft ist dabei das Newstrading. Dazu sitze ich morgens ab 07:00 Uhr an meinem Rechner mit übersichtlichen acht Bildschirmen und schaue nach wichtigen Nachrichten, die über meine abonnierten Premiumdienste reinkommen. Dazu zählen Ad-hoc-Meldungen, allgemeine Unternehmens-News, Analystenkommentare sowie ein Blick auf die Übernachtentwicklung der US- und Asienbörsen. Ich erstelle mir dann eine Watchlist von in der Regel 24 Aktien, die ich überblicke. Auf meinen acht Bildschirmen sind aber auch Bereiche für Charts, Orderfenster und Chats vorgesehen. Um 07:30 Uhr beginnt dann der vorbörsliche Handel bei der ersten Bank und ab 08:00 Uhr der normale vorbörsliche Handel. In dieser Zeit versuche ich, meine geplanten Trades so nah wie möglich am Vortagesschlusskurs zu bekommen.


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Bild 1.  Schema zur Newstrading-Strategie von Giovanni Cicivelli. Dieses Schema zeigt, wie die Newstrading-Strategie von Giovanni Cicivelli im Grundsatz funktioniert. Angenommen, eine Aktie hat am Vortag bei 100 Euro geschlossen. Über Nacht kommen gute Nachrichten, beispielsweise eine Erhöhung der Gewinnprognose durch das Unternehmen. Basierend auf seiner Erfahrung schätzt Cicivelli nun, wie viel diese Nachricht bei der jeweiligen Aktie in etwa „wert ist“. Nehmen wir hier an, dass er maximal einen Kursanstieg von fünf Prozent für gerechtfertigt hält, also einen Anstieg auf 105 Euro. Das ist nun sein Maximalgewinnziel.

Wie tradet Giovanni Cicivelli.

Vorbörslich ab 07:30 Uhr bei Lang & Schwarz sowie ab 08:00 Uhr an den Präsenzbörsen versucht er nun, die Aktie möglichst günstig einzukaufen. Sollte die Aktie direkt in die Nähe seines Gewinnziels beispielsweise bei 104 Euro springen, so macht er keinen Trade, da es aus Chance/Risiko-Sicht keinen Sinn ergibt. Je näher der Kurs aber am Schlusskurs des Vortages liegt, desto attraktiver wird die Long-Idee. In dieser Grafik nehmen wir an, dass Giovanni Cicivelli um 07:45 Uhr vorbörslich bei Lang & Schwarz zu 101,50 Euro einsteigt. Zu dieser Zeit ist die Liquidität noch sehr dünn und es kann durchaus vorkommen, dass er mit seiner Limit-Order einen guten Kurs erwischt. Seinen Stopp wählt er unterhalb des Schlusskurses des Vortages, beispielsweise bei 99,50 Euro, aber platziert ihn nicht fest am Markt. Steigt der Kurs wie erwartet in Richtung des Maximalgewinnziels, stellt Cicivelli den Trade in der Regel schon vorher glatt, hier etwa bei 104 Euro. Damit geht er sicher, dass er nicht gierig wird und stattdessen lieber eine hohe Gewinnwahrscheinlichkeit hat. Steigt der Kurs deutlich über das Maximalziel, sucht Giovanni nach einer Short-Idee, um gegen die Übertreibung zu handeln, etwa einen Rutsch um zwei bis drei Euro ausgehend von einem Kursniveau bei 106 Euro oder darüber. 

  • Wie entscheiden Sie dabei, was ein guter Trade ist und was nicht?

Giovanni Cicivelli: Das ist gar nicht so einfach zu erklären. Die Einschätzung ist immer von der Situation abhängig und natürlich fließt oft auch meine Erfahrung mit ein. Entscheidend ist es abzuschätzen, was eine bestimmte News bei einer Aktie in etwa wert ist. Eine DAX-Aktie wie Daimler wird sich bei einem Analystenkommentar deutlich weniger bewegen als eine viel kleinere TecDAX-Aktie wie Medigene nach einer positiven Medikamentenstudie. Ich versuche also morgens möglichst schnell aus den einzelnen News abzuschätzen, welche Auswirkungen auf den Kurs realistisch erscheinen und mit welcher Bewegung ich maximal rechnen würde. Dann geht es darum, relativ zu dieser Einschätzung einen besseren Einstiegskurs zu erwischen. Wenn das nicht klappt und der Markt schon zu weit gelaufen ist, muss ich den Trade weglassen.

  • Können Sie uns das anhand eines Beispiel erläutern?

Giovanni Cicivelli: Nehmen wir eine Aktie, die per Schlusskurs von gestern bei 100 Euro steht, damit es sich leichter rechnen lässt. Angenommen, es gibt morgens eine positive News, bei der ich erwarte, dass sie für maximal fünf Prozent Kursgewinn gut ist. Jetzt geht es darum, relativ dazu einen guten Einstiegskurs zu bekommen. Wenn der Kurs vorbörslich schon bei 104 Euro steht, lasse ich den Trade weg, da kein wirklicher Vorteil für mich besteht. Das Chance/Risiko-Verhältnis (CRV), das ich mir grob im Kopf ausrechne, muss halbwegs stimmen. Steht der Kurs dagegen nur bei 101 Euro, steige ich ein. Bei einem Newstrade kann es dann manchmal sehr schnell gehen, dass der Kurs ins Laufen kommt. Besser gesagt: Es muss sogar möglichst schnell gehen, weil sonst wohl etwas faul ist. Zum Beispiel könnte es dann zu sell on good News kommen, was für meine Position natürlich ziemlich schlecht wäre.

Bild 2. Newstrade bei GeA Group. Am Morgen des 12. April wurde die Aktie der GEA Group von schlechten Zahlen belastet. Giovanni Cicivelli schätzte das Minus anfangs als eher klein ein und konnte vorbörslich am Handelsplatz Frankfurt zu 33,70 Euro einsteigen, als die Aktie gegenüber dem Vortages-Schlusskurs nur rund drei Prozent im Minus notierte. Als Xetra um 09:00 Uhr bei rund 33 Euro eröffnete, gab es im Orderbuch einen großen Verkaufsüberhang, weshalb er den Trade noch laufen ließ. Wie am Schnürchen lief der Kurs nach unten. Nach Bruch der 32-Euro-Marke deckte er die Position dann bei 31,80 Euro ein, da er die Bewegung nun als ausgereizt einschätzte.

GEA Aktien Trading.

  • Was, wenn der Kurs stattdessen tiefer als zum Schlusskurs von Gestern eröffnet: werden Sie dann misstrauisch?

Giovanni Cicivelli: Ja. Meist habe ich dann etwas übersehen. Zum Beispiel könnte in einer eigentlich guten Nachricht im letzten Satz ein schwacher Ausblick und damit eine Art versteckte gewinnwarnung enthalten sein. Wenn der vorbörsliche Kurs bei einer Nachricht, die ich als positiv eingeschätzt habe, im Minus startet, checke ich deshalb nochmal den genauen Wortlaut. Es kommt nämlich so gut wie nie vor, dass der Kurs bei einer wirklich positiven Nachricht im Minus aufmacht.

  • Wann steigen Sie aus?

Cicivelli: Wenn meine Einschätzung des Newseffekts bei maximal 105 Euro liegt, würde ich in diesem Beispiel bei 103,50 Euro aussteigen.

Bild 3. Newstrade bei Wirecard. Wirecard hat am Morgen des 12. April seine Gewinnprognosen angehoben. Nachdem vorbörslich bereits Kurse von fast 105 Euro bezahlt wurden, kam der Kurs noch vor der Xetra-Eröffnungsauktion etwas nach unten und näherte sich dem Vortagesschlusskurs von 102,50 Euro. Giovanni wagte bei 103,50 Euro schon kurz vor 09:00 Uhr über Tradegate den Long-Einstieg, da der Kurs nur noch einen Euro über dem Vortagesschlusskurs notierte. Auf Xetra eröffnete der Kurs dann direkt bei 105 Euro und Cicivelli stieg kurz darauf bei 105,70 Euro aus.

Wirecard Aktien handeln.

  • Wo liegt in diesem Beispiel ihr Stopp?

Giovanni Cicivelli: Mein Stopp würde dann etwa bei 99,50 Euro liegen. Die Order lege ich nicht fest in den Markt, sondern gehe manuell raus, wenn der Kurs dorthin fällt. Diese Disziplin, Verluste mitzunehmen, solange sie noch klein sind, muss man unbedingt haben!

  • Was tun Sie, wenn der Trade das Ziel noch nicht erreicht hat und wichtige Wirtschaftsdaten anstehen?

Giovanni Cicivelli: Ich behalte meine Position bei. Wenn die Position schon gut im gewinn liegt, sagen wir bei 102,50 Euro, sorge ich aber dafür, dass daraus zumindest kein Verlust mehr wird. Fällt der Kurs dann auf meinen Einstieg zurück, gehe ich raus. Niemals sollte man einen guten gewinnTrade, der schon fast am Ziel war, wieder zu einem Verlust werden lassen. Das hat mir vor vielen Jahren schon ein befreundeter Händler beigebracht und ich habe das immer beherzigt.

  • Wie sieht es mit Trailing-Stopps aus?

Giovanni Cicivelli: Die verwende ich nicht. Viel zu oft wurde ich dabei ausgestoppt, bevor der Kurs dann doch noch mein Kursziel erreicht hat. Ich fokussiere mich darauf, immer wieder gute Situationen zu finden und gute Trades zu sammeln, statt mir Sorgen um jeden einzelnen Buchgewinn zu machen.

  • Was, wenn der Kurs viel weiter läuft, als Sie ursprünglich erwartet haben?

Giovanni Cicivelli: Bei deutlichen Übertreibungen versuche ich, den Wendepunkt zu erwischen. Dazu nutze ich das Orderbuch in Verbindung mit dem Tick-Chart und dem Handelsvolumen. Wenn der Kurs meiner Meinung nach deutlich überschießt, folgt in der Regel eine Konsolidierung oder Korrektur. Diesen Punkt, an dem kurzfristig die Macht über den Kurs wechselt, möchte ich erkennen. Das sieht man im Xetra-Orderbuch zum Beispiel daran, dass die Ausführungen von der geld- auf die Briefseite wechseln. Häufig lässt sich auch eine Volumenspitze beobachten. Ich gehe dann eine Position entgegen der Übertreibung ein und möchte auch hier möglichst schnell im gewinn liegen, um ein gutes gefühl bei dem Trade zu haben. Da es meist nur eine Korrektur ist, nehme ich den gewinn hier schon nach vergleichsweise kurzer Strecke mit. Meist sind das wenige Prozentpunkte.

  • Wie sieht Ihr Risiko-Management aus?

Giovanni Cicivelli: Hier habe ich einen anderen Ansatz als die meisten Trader. Ich schaue immer nur auf das absolute Risiko in Euro, das ich eingehen möchte, und nicht auf die Positionsgröße. Im Endeffekt geht es also nur darum, wie weit mein Stopp weg liegt, und daraus ergibt sich die gehandelte Aktienzahl. Angenommen, ich möchte 1000 Euro im vorhin diskutierten Beispiel-Trade riskieren. Dort betrug der Abstand vom Einstieg (101 Euro) zum Stopp (99,50 Euro) 1,50 Euro. Daraus ergibt sich dann, dass ich hier 667 Aktien (1000 / 1,50) handeln würde. Wie hoch die Positionsgröße dabei ausfällt, ist für mich unerheblich (in diesem Fall 667 Aktien x 101 Euro = 67.367 Euro). Ich habe hier keine grenzen, dass zum Beispiel eine Position höchstens zehn Prozent meines Handelskontos ausmachen darf. Das geht natürlich nur, weil ich mich immer an meine Stopps und keine Positionen über Nacht halte, die große Kurslücken reißen könnten. In diesen Fällen kann eine hohe Positionsgröße durchaus zum großen Problem werden.

  • Wie lange sitzen Sie am Rechner?

Giovanni Cicivelli: Meine beste Handelszeit ist von 07:30 Uhr bis etwa 11:00 Uhr. Ich merke morgens recht schnell, ob es ein lukrativer Handelstag wird oder eher Flaute herrscht. Wenn nichts los ist, erledige ich andere Arbeiten oder gehe raus.


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  • Sie handeln also keine US-Aktien am Nachmittag?

Giovanni Cicivelli: Genau, denn die US-Märkte funktionieren ganz anders als die deutschen, da müsste ich mir einen komplett anderen Ansatz überlegen. Und außerdem habe ich keine Lust, bis abends zu arbeiten. Es reicht schon aus, wenn ich an turbulenten Tagen bis zum späten Nachmittag durchweg vor den Bildschirmen sitze, weil es dann viel zu tun gibt. Allerdings handle ich manchmal USAktien, die in Deutschland notiert sind – am liebsten an Paniktagen.

  • Stichwort Paniktage. Sie hatten das vorhin schon erwähnt. Wie läuft Ihr Handel in Panikphasen genau ab?

Giovanni Cicivelli: Paniktage sind super für Trader. Es ist immer sehr ärgerlich, wenn man gerade im Urlaub ist und ein solcher Tag passiert, da man dann so viele Chancen verpasst. Ein gutes Beispiel war der Trade bei Amazon am 06. Fe bruar 2018. Das ist genau so ein Beispiel für eine US-Aktie, die auch in Deutschland notiert ist und die ich dann hin und wieder handle. Es kam hier morgens zu einer Volatilitätsunterbrechung, durch die ich überhaupt erst auf den Trade aufmerksam wurde. Anscheinend haben Privatanleger massiv Amazon-Aktien mit Market-Orders verkauft und das Orderbuch nach unten abgegrast, denn schließlich muss am Markt ja irgendein Kurs zustande kommen. Anders kann ich mir das nicht erklären. Jedenfalls hatte ich die Aktie an diesem Morgen schon in einem Fenster meiner Watchlist offen und konnte sofort reagieren. Diese gelegenheit konnte ich auf Basis vieler vergleichbarer Situationen in der Vergangenheit sofort als Panikübertreibung einstufen und ging im Handumdrehen long. Dann verkaufte ich stückweise in die rasante gegenbewegung nach oben hinein. Ein super Trade mit großem gewinn.

Bild 4. Amazon-panik-Trade. Am 06. Februar 2018 war der Markt morgens nach dem Abverkauf des Vortages im Panikmodus. Erst um 09:20 Uhr kam der erste Kurs der US-Aktie Amazon zustande, die auch auf Xetra gehandelt wird. Direkt zur Eröffnung fiel der Kurs massiv. Ausgehend von den vorbörslichen Kursen, die bei rund 1100 Euro lagen, fiel die Aktie um fast 100 Euro. Diese Bewegung war offensichtlich völlig übertrieben und wurde höchstwahrscheinlich durch Privatanleger verursacht, die im Panikmodus ihre Aktien unlimitiert auf den Markt warfen. Dazu passt, dass in den folgenden fünf Minuten rund 10.000 Aktien gehandelt wurden, was einem Volumen von mehr als zehn Millionen Euro entspricht. Danach versiegte das Volumen und die Kurse schossen schnell innerhalb von 15 Minuten wieder auf 1100 Euro hoch. Quelle: Traders' Mag.

Amazon Aktien Trading.

 

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