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John F. Carter: So traden Sie das Momentum nach ruhigen Marktphasen (Teil 2)

Im zweiten Teil des fantastischen Interviews mit Trader John F. Carter erklärt er, wie er selbst handelt. Hierbei beschreibt er einige seiner bevorzugten Trading Set-Ups.

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  • Könnten Sie uns die Details Ihres Box-Ansatzes erklären?

John F. Carter: Gern. Eine Lektion, die jeder Trader recht schnell lernt, ist die Tatsache, dass die Märkte nie geradlinig nach oben oder unten laufen – zumindest nicht für immer. Ein Markt kann eine ganze Weile nach oben laufen, aber an einem Punkt wird er eine Pause einlegen müssen, um zu konsolidieren. In manchen Fällen wird der Kurs direkt umdrehen und die gesamten Kursgewinne wieder abgeben. Analog zu einem Läufer, der nur für einen begrenzten Zeitabschnitt sprinten kann, bevor sein Körper schlapp macht, kann sich auch der Markt nur so lange auf einem bestimmtem Kursniveau halten, bis ihm die Luft ausgeht und er eine Pause braucht, um Energie für die nächste Bewegung zu tanken.

Bei meinen Box-Trades halte ich Ausschau nach einem Markt, der gerade eine Pause einlegt und kurz vor der nächsten Bewegung steht. Ich will dabei eine horizontale Konsolidierung im Chart sehen mit mindestens zwei Tests der Hochs und Tiefs. Sobald ich diese Konstellation im Chart erkenne, kaufe ich den Ausbruch aus der Box nach oben und verkaufe den Ausbruch nach unten. Mein Kursziel leitet sich dabei aus der Bandbreite der Box ab. Dieser Ansatz kann auf allen Zeitebenen durchgeführt werden, aber ich bevorzuge den 5- und den 15-Minuten-Chart beim Daytrading. Swing Trader sind mit dem 60-Minuten- und Tageschart gut beraten. Ich trade beide Varianten unabhängig von den Zeitebenen. Das heißt, ich könnte einen 60-Minuten-Box-Trade off en haben und zur gleichen Zeit einen 5-Minuten-Trade in entgegengesetzter Richtung. Da der Euro rund um die Uhr gehandelt wird, können diese Strategien jederzeit angewendet werden.

  • Welche Regeln gibt es für dieses Setup?

John F. Carter: Für Long-Einstiege gelten die folgenden Regeln (für Shorts gilt das Umgekehrte):

  1. Ich setze einen 24-Stunden-Chart ein, damit die Übernacht-Bewegungen im Indikator berücksichtigt werden.
  2. Ich nehme gerne einen einfachen Balkenchart ohne irgendwelche Indikatoren oder sonstigen Schnickschnack und wähle dabei die Periodeneinstellung, die ich handeln möchte. Ich suche in verschiedenen Zeiteinheiten nach Stellen, an denen sich gerade Möglichkeiten für Box-Trades herausbilden.
  3. Sobald der Markt anfängt zu konsolidieren, warte ich auf mindestens fünf Konsolidierungsbalken und markiere dann eine horizontale Linie im Chart, die die Hoch- und Tiefpunkte verbindet. In der Regel muss ich diese Linie im weiteren Verlauf noch das eine oder andere Mal nachjustieren, aber sobald ich zwei Tests an einer dieser Linien habe, weiß ich, dass sich ein Box-Trade entwickelt.
  4. An diesem Punkt beobachte ich, ob ein erneuter Test der gegenüberliegenden Seite der Box erfolgt. Nehmen wir an, es kommt zu diesem Test und sowohl das Tief als auch das Hoch der Box wurden jeweils zweimal getestet, wobei die Bandbreite 20 Ticks betragen soll.
  5. Jetzt, da ich eine komplette Box habe, platziere ich zwei Orders: eine Stopp-Kauf-Order mit einem Tick über der Box und eine Stopp-Verkaufs-Order mit einem Tick unter der Box. Welchen Weg der Markt auch nehmen wird – ich sitze da und warte darauf, dass eine meiner Orders ausgeführt wird.
  6. Angenommen, meine Kauforder wird ausgeführt. Jetzt platziere ich ein Verkaufslimit in einer Entfernung von 20 Ticks (dies entspricht der Box-Breite) von meinem Einstieg. Ich lasse die andere Order weiter im System, da diese von nun meinen Stopp für den Trade darstellt. Dies entspricht einem Chance/Risiko-Verhältnis von etwa 1:1. Sobald mein Kursziel (Gewinn in Höhe der Boxgröße, hier also 20 Ticks) erreicht ist, stelle ich in der Regel die Hälfte meiner Position glatt und ziehe den Stopp für den  Rest der Position auf Einstand nach. Die letzte Phase des Trades steuere ich dann über verschiedene Indikatoren. Meist nehme ich hierfür das Momentum auf den TTMSqueeze-Indikator. Der TTM Squeeze Indikator ist eine selbstentwickelte Aggregation anderer Indikatoren und kann käufl ich erworben werden. Beginnt das Momentum zu drehen, verkaufe ich den Rest der Position.
  7. Ich bleibe solange investiert, bis entweder mein Stopp oder mein Kursziel erreicht wird. Auch wenn ich meinen Stopp nach Erreichen des Kursziels für die Hälfte der Position nachziehe, verwende ich im Anschluss daran keine Trailing-Stopps, sondern warte ab, bis das Momentum nachlässt und steige erst dann aus.

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  • Könnten Sie uns ein paar Beispiele dieser Strategie zeigen?

John F. Carter: Bild 1 zeigt einen Tageschart des EUR/USD. Dieser Chart soll als Beispiel für einen Swing Trade dienen und demonstriert gleichzeitig die „Macht“ der Box. Zwischen dem 28. April und dem 4. Mai 2011 verlor der Markt an Kraft und begann mit der Konsolidierung des vorhergehenden Anstiegs (Punkt 1). An solchen Stellen warte ich auf mindestens fünf Konsolidierungsbalken und halte Ausschau nach einer möglichen Seitwärtszone (Box), die durch mehrere voneinander nicht allzu weit entfernte Hoch- und Tiefpunkte gekennzeichnet ist. Sind diese fünf Konsolidierungsbalken im Chart zu sehen, geht es an die Messung der Hoch- und Tiefpunkte. Das Hoch liegt in diesem Fall bei 1,4939, während das Tief bei 1,4754 ausgebildet wurde. Damit beträgt der Abstand 185 Pips. Ich platziere eine Stopp-Kauf-Order ein paar Pips über dem oberen Rand der Box und eine Stopp-Verkaufs-Order ein paar Ticks unter dem unteren Rand der Box. Dann lehne ich mich zurück und warte einfach ab, für welche Richtung sich der Markt entscheidet. Geht er nach oben und bricht aus der Konsolidierungszone aus, wird mein Kauf aktiviert. Wird die Konsolidierungszone dagegen nach unten verlassen, bin ich mit meinem Short dabei.

Bild 1. Box Play EUR/USD Tageschart. Bild 1 zeigt eine Konsolidierungsbox aus fünf Balken (Punkt 1).  Wir platzieren eine Stopp-Kauf-Order ein paar Pips über dem oberen Rand der Box und eine Stopp-Verkaufs-Order ein paar Ticks unter dem unteren Rand der Box. Da der Markt nach unten ausbricht, wird ein Short Trade ausgelöst. An Punkt 2 wird unser erstes Kursziel erreicht. Sobald das Momentum – erkennbar am TTM Squeeze Indikator – dreht, stellen wir die Position glatt (Punkt 3). 

Trading-Strategien John F. Carter

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Beim vorliegenden Beispiel kommt es zur Aufl ösung nach unten und an Punkt 2 wird mein erstes Kursziel von 185 Pips erreicht, sodass die Hälfte der Position glattgestellt wird. Gleichzeitig ziehe ich meinen Stopp für die verbleibende Positionshälfte auf Einstiegsniveau nach und lasse den Trade weiterlaufen, solange keine Kehrtwende beim Momentum zu erkennen ist. An Punkt 3 ist es dann soweit: Das Momentum, das bisher stetig zunahm, beginnt in die Gegenrichtung einzuschlagen. Der Gewinn der zweiten Positionshälfte beträgt fast 600 Pips. Die Mehrzahl der Trader, die einen Trailing-Stopp verwendet hat, dürfte nach der viertägigen Aufwärtskorrektur vom 16. bis 19. Mai 2011 ausgestoppt worden sein.

Es handelt sich hierbei um einen Swing Trade und der Rebound, der mehrere Tage oder sogar Wochen andauert, muss einkalkuliert werden. Viele Menschen bringen leider einfach nicht genügend Geduld mit, um zu warten. Aber genau diese Geduld gilt es zu erlernen. Oftmals ist es nämlich am besten, einfach gar nichts zu tun. Legen Sie Ihre Hände in den Schoß und warten Sie ab. Für die Trader, die es partout nicht schaffen, Positionen über Nacht zu halten, ist es ok, denn der gleiche Trade kann auch auf kleineren Zeiteinheiten, zum Beispiel auf dem 5- und 15-Minuten-Chart durchgeführt werden. Schauen wir uns dazu Bild 2 an.

Bild 2. Box Play EUR/USD 15-Minuten-Chart. Am 22. Juni 2011 bildet der Euro eine Box im 15-Minuten-Chart aus (Punkt 1). Wir platzieren unsere Stopps jeweils knapp über und unter den Begrenzungslinien der Box. Es kommt zu einem Short Trade und unser erstes Kursziel wird 30 Minuten später erreicht (Punkt 2). Wir steigen aus, sobald das Momentum die Richtung ändert (Punkt 3). 

Squeeze Trade.

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Am 22. Juni 2011 bildete der Euro eine Box im 15-Minuten-Chart aus (Punkt 1). Ich gehe wieder wie eben beschrieben vor: Ich warte ab, bis mindestens fünf Konsolidierungsbalken generiert werden und zeichne dann die Ober- und Untergrenze der Box ein. Anschließend platziere ich meine Stopp-Orders jeweils knapp über und unter den Begrenzungslinien der Box. Die Bandbreite beträgt in diesem Beispiel 22 Pips, also beträgt mein Kursziel für die erste Positionshälfte ebenfalls 22 Pips. Die Aufl ösung erfolgt auf der Short-Seite, und etwa 30 Minuten später (Punkt 2) wird mein erstes Kursziel erreicht. Ich passe daraufhin meinen Stopp auf Einstandsniveau an und beobachte von nun an nur noch das Momentum. Dreht seine Richtung, steige ich auch mit der zweiten Positionshälfte aus (Punkt 3).

  • Kommen wir zu Ihrem anderen Ansatz, dem Squeeze. Wie sehen die Details bei dieser Strategie aus?

John F. Carter: Beim Squeeze-Ansatz geht es darum, genau in dem Moment auf den Zug aufzuspringen, in dem er den Bahnhof verlässt. Dieser Ansatz macht sich Phasen mit stark gesunkener Volatilität zunutze, in denen der Markt Kräfte für den nächsten dynamischen Move sammelt. Ruhige Marktphasen dieser Art erkennt man daran, dass sich die Breite der BollingerBänder soweit verengt, dass diese innerhalb der KeltnerKanäle notieren. Ein Handelssignal kommt zustande, wenn die Bollinger-Bänder wieder aus den Keltner-Kanälen ausbrechen. Ein 12-Perioden-Momentum-Oszillator zeigt mir, ob ich long oder short gehen soll: Liegt der Oszillator beim Auftreten des Handelssignals über der Nullmarke, gehe ich long, notiert er unter der Nullmarke, heißt es short. Das sind ganz gewöhnliche Werkzeuge, die jede handelsübliche Software zur Verfügung stellt. Ich verwende die Standardeinstellungen bei den Parametern. Zusätzlich habe ich alles in einem Indikator zusammengefügt, damit die Signale besser zu erkennen sind.

  • Können Sie uns die genauen Regeln für den Squeeze-Ansatz erläutern?

John F. Carter: Auf der Long-Seite sehen die Regeln wie folgt aus (das Umgekehrte gilt für die Short-Seite):

  1. Ich setze einen 24-Stunden-Chart ein, damit die Übernacht-Bewegungen im Indikator berücksichtigt werden.
  2. Bei einem roten Punkt heißt es: Augen und Ohren auf. Es handelt sich noch nicht um ein Handelssignal, sondern nur um die Information, dass ein Handelssignal in der Mache ist.
  3. Das eigentliche Signal beim Indikator ist der erste grüne Punkt, der einer Serie roter Punkte folgt. (Die Details hierzu werden in Bild 3 und 4 dargestellt.)
  4. Sobald der erste grüne Punkt nach einer Reihe roter Punkte auftaucht, gehe ich long, wenn das Histogramm über Null steht. Ich verwende bewusst keine LimitOrders, sondern gehe direkt per Market-Order in den Markt. Es handelt sich schließlich um einen MomentumTrade und da will ich mich nicht der „Gefahr“ der Nichtausführung aussetzen.
  5. Ich setze meine Stopps auf Basis der jeweiligen Zeitperiode, die ich handle. Für 5-Minuten-Charts nehme ich einen Stopp von 20 Pips, für 15-Minuten-Charts 25 Pips, für Stundenchart 30 Pips, für Tagescharts 50 Pips. Ein Pip entspricht dabei zehn Dollar (bei Standard-Lots) beziehungsweise einem Dollar (bei Mini-Lots).
  6. Mein Kursziel hängt ausschließlich vom Momentum der Kursbewegung ab. Sobald das Momentum-Signal zu schwächeln beginnt und sich umdreht, steige ich per Market-Order aus dem Trade aus.
  7. Ich verwende keine Trailing-Stopps, weil ich gelernt habe, dass es in der Regel besser ist, den Trade in Ruhe zu lassen als ständig einzugreifen.

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  • Zeigen Sie uns ein paar aktuelle Charts von den Trades, die Sie mit dem beschriebenen Setup durchgeführt haben?

John F. Carter: Schauen wir uns zunächst Bild 3 an. Am 29. Juni 2011 war im 15-Minuten-Chart ein Squeeze zu beobachten (dargestellt durch die roten Punkte an Punkt 1). An Punkt 2 wechseln die Punkte von rot auf grün, das heißt, es wurde ein Handelssignal ausgelöst. Da das Momentum über der Nulllinie notiert, handelt es sich hierbei um einen Long Trade. Also steige ich bei 1,4370 (Punkt 3) ein. Dieses Kaufsignal hat solange Bestand, bis das Momentum – dargestellt als Histogramm unter dem Chart – an Kraft verliert (Punkt 4). Zwei aufeinander folgende dunkelblaue Balken zeigen einen Momentum-Verlust an. Etwas früher war bereits ein einzelner dunkelblauer Balken zu beobachten. Wäre der Darauff olgende ebenfalls dunkelblau, wäre ich dort bereits ausgestiegen. Da das Momentum aber wieder anstieg (nach dem dunkelblauen folgte wieder ein hellblauer Balken), blieb ich investiert.

Bild 3. Squeeze Play EUR/USD 15-Minuten-Chart. Der EUR/USD befi ndet sich in einem Squeeze (rote Punkte bei Punkt 1). An Punkt 2 wechseln die Punkte von rot auf grün und generieren damit ein Handelssignal. Da das Momentum-Histogramm über der Nulllinie liegt, eröff nen wir einen Long Trade (Punkt 3). Wir schließen die Position, wenn das Momentum an Kraft verliert (zwei aufeinander folgende dunkelblaue Linien bei Punkt 4).

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Mein Ausstieg erfolgte bei 1,4388, was einem Gewinn von 18 Pips entspricht. Natürlich kann man den Ausstieg aus der zweiten Positionshälfte auch stufenweise vornehmen, solange der Trade in die favorisierte Richtung läuft. Grundsätzlich kann man den Squeeze-Ansatz in allen Zeiteinheiten anwenden, wobei ich am liebsten auf dem 60-Mintuen- und 120-Minuten-Chart unterwegs bin. Allerdings ist es auch wichtig, zu verstehen, wie das Signal auf dem Wochenchart aussieht, da dieser die übergeordnete Bewegung repräsentiert.

Bei der Betrachtung von Bild 4 stechen drei Squeezes beim Wochenchart des EUR/USD heraus. Der erste fand am 24. August 2007 statt (Punkt 1). Zum Zeitpunkt des Signals stand der EUR/USD bei 1,3550. Zum Zeitpunkt der Momentum-Abschwächung (erkennbar an zwei aufeinander folgenden dunkelblauen Balken im Histogramm) stand das Währungspaar bei 1,4560, was einem Anstieg von etwa 1000 Pips entspricht. Am 7. März kam es erneut zu einem Handelssignal, das anschließend zu einem Anstieg des Euro von 1,4970 auf 1,5528 führte, also zu einer Bewegung von 556 Pips (Punkt 2). Am 15. August 2008 signalisierte der Squeeze schließlich einen Short-Einstieg, der von einem Absturz des Euro von 1,4750 auf 1,3035 (1715 Pips) gefolgt wurde.

Bild 4. Squeeze Play EUR/USD Wochenchart. Dieses Bild zeigt drei Squeezes im EUR/USD: Der erste liegt bei 1,3550 (Punkt 1). Bis sich das Momentum abschwächt, macht der EUR/USD eine Aufwärtsbewegung von mehr als 1000 Pips. Danach kommt es erneut zu einem Handelssignal, das zu einem Anstieg von 556 Pips führt (Punkt 2). Der letzte Squeeze signalisiert einen Short Trade, woraufhin der EUR/USD um 1715 Pips fällt.

Squeeze Trading-Strategien.

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Wie Sie sehen, waren all diese Bewegungen groß, und viele Trader haben einfach kein Sitzfl eisch, um die zwischengeschalteten Bewegungen durchzustehen. Es ist aber von enormer Wichtigkeit, zu wissen, ob es auf den Märkten, die man handelt, ein Squeeze-Signal auf dem Wochenchart gibt oder nicht – auch dann, wenn man das Signal nicht handelt, weil die Zeiteinheit zu hoch ist. Jeder Trader, der diese Information im Hinterkopf behält, kommt erst gar nicht auf die Idee, gegen den Trend anzukämpfen. Selbst wenn Sie also primär als Daytrader tätig sind, gilt: Gibt es einen Long Squeeze im Wochenchart, empfi ehlt es sich, sich nur auf Pullbacks zu konzentrieren und alle ShortSignale zu ignorieren. Auch wenn solche Squeezes nur ein paar Mal pro Jahr vorkommen, dürfen sie auf keinen Fall ignoriert werden.

  • Wie sieht Ihr typischer Tagesablauf aus?

John F. Carter: Mein normaler Tagesablauf variiert heute viel mehr als früher, weil ich Kinder habe. Ich bin ein leidenschaftlicher Trader, aber meine Kinder befi nden sich in einer wichtigen Entwicklungsphase. Daher verpasse ich hin und wieder wichtige Marktbewegungen im Rahmen wichtiger Wirtschaftsdaten, weil ich mir ein Spiel meiner Kinder in der Schule ansehe oder ähnliches. Das hat mich in gewisser Weise gezwungen, in einigen meiner Setups mechanischer vorzugehen. Außerdem habe ich einen Assistenten eingestellt, der mir bei der Ausführung der Trades behilfl ich ist. Ich schlafe in der Regel durch und stehe nicht mitten in der Nacht auf, um die Marktentwicklung zu verfolgen. Morgens checke ich die Kurse und die Charts von etwa zehn Schlüsselmärkten. Außerdem überfl iege ich kurz die Nachrichten-Schlagzeilen. Danach versuche ich, alles einfach zu halten, und warte, bis sich gute Gelegenheiten am Markt bieten.

  • Welche Empfehlung können Sie Trading-Einsteigern mit auf den Weg geben?

John F. Carter: Anfänger sollten kleine Positionen handeln und versuchen, das Trading relativ einfach zu halten. Ich glaube fest daran, dass man nach sechs Monaten Trading mit einem Markt, einem Indikator und einer Zeiteinheit ein profi tables Setup fi ndet, das man handeln und mit dem man seinen Lebensunterhalt verdienen kann.

  • Gibt es wichtige Fehler, die sogar Profi s immer wieder machen?

John F. Carter: Die größten Fehler, die ich mache, geschehen oft nach einer längeren Gewinnserie. Einige meiner Setups sind daher rein mechanischer Natur. Sie halten mich davon ab, klassische Fehler zu begehen, wie zum Beispiel übermütig zu werden.

  • Wie stehen Sie zu den akademischen Konzepten effizienter Märkte und der Behavioural Finance?

John F. Carter: Ich bin fest davon überzeugt, dass die Märkte lediglich die menschliche Angst und Gier messen. Wenn zu viele Fonds zu gierig werden, kommt es zu einem Desaster, da alle zur gleichen Zeit gezwungen sind, ihre Positionen rückgängig zu machen. Das gleiche Spiel fi ndet bei den individuellen Anlegern und Tradern statt. Die Aufgabe eines Traders ist es deshalb, sich auf sein Risiko zu konzentrieren und an den Trends, die durch die genannten Faktoren entstehen, so lange wie möglich zu partizipieren.

  • Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

John F. Carter: In meiner Freizeit verbringe ich am liebsten Zeit mit meinen drei kleinen Kindern. Außerdem besitze ich eine Pferderanch auf dem Land, wo ich gerne hinfahre, um zu entspannen und zu lesen. Auch möchte ich in Zukunft an Sport-Wettkämpfen teilnehmen. Das spornt mich zum Training an und hält meinen Körper gesund.

  • Können Sie sich irgendwelche Gründe dafür vorstellen, dass Sie mit dem Trading aufhören würden?

John F. Carter: Ehrlich gesagt nein. Denn jeder Tag ist anders und die Tätigkeit stimuliert einen auch mental. Ich mache zwar hin und wieder Pausen, in denen ich für ein paar Wochen nicht trade, aber ich kann mir vorstellen, mich bis an mein Lebensende mit den Märkten zu beschäftigen. Quelle: Traders' Mag.


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