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Die Macht der Dreiecke

Die macht der Dreiecke (Technische Analyse).

Es soll ja auch heutzutage noch Tradingstrategien geben, die teilweise auf rein optische charttechnische Merkmale zurückzuführen sind. Die Rede ist von Trendlinien, Trendkanälen, Trendformationen.

Vielleicht haben diese ganz und gar einfachen Prinzipien heute ein bisschen den Fokus verloren, aber sie können sich durchaus als mächtige Instrumente erweisen und großartige Tradingchancen aufzeigen.

Und gerade wenn Sie hohe Trefferquoten favorisieren, sollten Sie sich einmal mit diesem grundlegenden Thema der Technischen Analyse vertraut gemacht haben.

SICHTBARMACHUNG EINES TRENDS MITHILFE EINERF TRENDLINIE

In Bild 1 sehen Sie den Chart von EUR/USD auf Tagesbasis. Die relativen Tiefpunkte sind hervorgehoben. Durch Verbinden dieser Punkte erhalten Sie eine einfache Trendlinie. Zum Ziehen einer Trendlinie sind immer mindestens zwei Tiefpunkte nötig. Bildet sich im weiteren Verlauf ein drittes Tief aus, welches dann diese Line berührt, also nicht durchstößt, dann gilt die Linie als bestätigt. Sie können erkennen, wie exakt diese Linie Mitte August dieses Jahres bestätigt worden ist. Ferner lässt sich daraus natürlich ableiten, dass der Euro gegenüber dem Dollar stetig steigt. Man spricht von einem Aufwärtstrend. Diese Linie verläuft derzeit bei circa 1,36 und erst, wenn der Chart diese Linie nach unten durchstößt, geht der technische Analyst davon aus, dass diese optisch ersichtliche Aufwärtsbewegung vorerst zu Ende ist. Dieser Durchstoß wird dann als Trendlinienbruch bezeichnet. Trendlinienbrüche indizieren Trendwenden und sind somit als signifikante Stellen im Chart anzusehen.

Bild 1. EUR/USD auf Tagesbasis (einfache Trendlinie). Sie sehen den Chart von EUR/USD im Zeitraum von gut zwei Jahren mit einer aufwärtsgerichteten Trendlinie. Die Tiefpunkte im Chart sind markiert und sollen das Konzept der Erstellung von Trendlinien veranschaulichen.

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KANÄLE, BOXEN UND DREIECKE

Genau wie die Tiefpunkte können gleichzeitig auch die Hochpunkte verbunden werden. Wenn Sie bei Ihrer Chartanalyse zwei Trendlinien benutzen, werden Sie erkennen, dass eine Variation von Mustern dabei entstehen kann. Bei zwei parallel steigenden bzw fallenden Trendlinien spricht man von einem Aufwärts- bzw. Abwärtstrendkanal. Zwei parallel horizontal verlaufende Trendlinien nennt man meist Box. Bricht der Chart aus einem solchen Muster aus, wird dies als Einstiegssignal interpretiert. Deswegen soll im Folgenden ausschließlich der Fall der gegenläufigen Trendlinien behandelt werden, da diese gezwungenermaßen zu einem Bruch und somit zu einem Signal führen. Gegenläufig bedeutet: Fallende Hochpunkte und steigende Tiefpunkte. Eine solches Muster wird als Dreieck bezeichnet.

WO EIN DREIECK, DA EIN SIGNAL

Da ein Ausbruch aus einer Dreiecksformation unausweichlich ist, besteht Ihre Arbeit nun zum Großteil darin, Dreiecke ausfindig zu machen. Diese können in jedem Zeitrahmen erscheinen – auch intraday. Es empfiehlt sich, einen Ausbruch erst dann auch als Signal zu werten, wenn der Schlusskurs der laufenden Periode über bzw. unter der zu durchbrechenden Trendlinie liegt. Ist dies aber der Fall, gehen Sie entsprechend long oder short – je nach Bruchrichtung. Ein Bruch von unten nach oben durch die fallende Trendlinie ist ein Kaufsignal, ein Bruch von oben nach unten durch die steigende Trendlinie ein Verkaufsignal. Betrachten Sie Bild 2! Sie können erkennen, wie sich im Chart der RWEAktie ganz wie beschrieben ein Dreieck ausgebildet hat.

Bild 2. RWE auf Tagesbasis deutet ein Dreieck an. Wie zu erkennen ist, bildete vorliegender Chart von Dezember bis Mitte September mehr und mehr ein Dreieck aus. Dies veranschaulichen die gegenläufigen Trendlinien.

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KURSZIELBESTIMMUNG UND STOPPSETZUNG

Nun gehört zu einer sauberen Strategie neben Setup und Einstiegskriterium natürlich noch die genaue Bestimmung des Ausstiegspunktes. Dieser lässt sich nach charttechnischen Kriterien relativ simpel finden. Ausgangspunkt der Kurszielfestlegung ist die vorhandene Volatilität, also die Schwankungsbreite der Kurse. Diese bemessen Sie anhand der Größe des Dreiecks an der äußersten Stelle, folglich dem Abstand der jeweils ersten Extrempunkte zueinander. Haben Sie diesen Abstand in Prozent ermittelt, so projizieren Sie ihn vertikal an die genaue Ausbruchstelle, also genau an den Schnittpunkt von Chart und Trendlinie und nicht an Ihren Einstiegspunkt.

Ein Beispiel: Liegt der Kurs des ersten Tiefs eines Dreiecks 3,9 Prozent unterhalb des Kurses des ersten Hochpunktes, so gehen Sie im Falle eines Ausbruchs aus dem Dreieck nach oben (Longsignal) davon aus, dass der Kurs gemessen am Ausbruchspunkt mindestens 3,9 Prozent zulegen wird.

Einen Stoppkurs setzen Sie zeitgleich mit dem Einstieg. Der Abstand des Stoppkurses vom Ausbruchspunkt beträgt ein Drittel der Dreieckshöhe. In vorangegangenem Beispiel läge der Stopkurs 1,3 Prozent unterhalb des Ausbruchskurses. Bild 3 behandelt erneut RWE und ist entsprechend um Kursziel und Stoppkurs erweitert.

Bild 3. RWE auf Tagesbasis. Erneut wird der RWE-Chart betrachtet. Mittlerweile ist das Dreieck nach oben ausgebrochen und löste bei 82,26 ein Kaufsignal aus. Gemäß der Bestimmungen kann man mit dem Einstieg an dieser Stelle ein Ziel bei 100,48 und einen Stopp bei 74,11 festlegen.

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Bei diszipliniertem Setzen beider Ausstiegskurse werden Sie grundsätzlich immer ein Chance-Risiko-Verhältnis größer als zwei zu eins erreichen, da Sie ja zum Einstieg nie den genauen Punkt treffen und bei jedem Trade gewisse Unkosten entstehen. Achten Sie aber stets auf Stoppsetzung und auf ein Chance-Risiko-Verhältnis, das größer ist als zwei zu eins. Natürlich können Sie auch andere optisch erkennbare Chartmuster auf diese Weise traden, Sie können die Einstiegskriterien erweitern, mehrere Kontrakte unterschiedlich handeln oder eine ganz andere Ausstiegstechnik verwenden. Seien Sie kreativ! Quelle: Traders' Mag.

FAZIT

Alles in allem werden Sie längerfristig Gewinne erzielen können, denn die Trefferquote dieser Strategie liegt gut über 50 Prozent, da die jeweiligen Signale als verhältnismäßig stark angesehen werden. Bei einem guten Risko- und Money Management stehen Sie stets auf der sicheren Seite. Einziges Manko ist, dass diese Dreiecke selten auftreten und deswegen, wie bereits angesprochen, der Großteil der Arbeit bei Benutzung dieser Strategie auf die Analyse fällt.


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