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Die lukrativsten Intraday-Muster (Gold)

Daytrading mit Markteffekten.

In dieser Artikelserie stellt Ihnen Holger Breuer eine Reihe interessanter und profitabler Saisonalitäten im Intraday-Bereich vor. Im zweiten Artikel gingen wir, aufbauend auf dem Wissen aus Teil 1 (EUR/USD), der Frage nach, ob es weitere Märkte gibt, die zu einer Kursschwäche im Laufe des Handelstages neigen. Dazu sehen wir uns den Goldmarkt etwas genauer an.


Morgendlicher Abverkauf beim Gold-Future

Wieder eine Short-Saisonalität?

Im Internet finden sich recht häufig Long-Trading-Ansätze zum einfachen Positionsaufbau. Auf der Short-Seite hingegen funktioniert der Markt anders. Die Bewegungen sind viel schneller und entfalten mehr Dynamik. Deswegen ist der Short-Handel – gerade im automatisierten Umfeld – um ein Vielfaches schwieriger einzustufen.

Aus diesem Grund stellen wir vermehrt Short-Strategien vor, um ein bestehendes Strategieportfolio optimal zu ergänzen. Wichtig ist dabei ein langfristig funktionierendes System, das über viele Jahre hinweg bei verhältnismäßig geringem Drawdown eine gleichmäßige Ertragskurve liefert.

Gold glänzt

Im zweiten Artikel dieser Serie hat der Autor den Goldmarkt der letzten Jahre analysiert und dabei wieder seinen Seasonality-Indikator eingesetzt. Damit ist der Intraday-Verlauf eindeutig bestimmbar und ein Durchschnitt der Kursverläufe einfach zu 
erkennen. In Bild 1 sind die Stundenauswertungen im Wochenverlauf zu sehen.

Bild 1 zeigt die stündliche Auswertung des Gold-Future über die gesamte Handelswoche (jeweils 08:00 bis 22:00 Uhr). Konkret wurden hierfür ein Mittelwert pro Stunde (gelbe Balken) sowie der kumulierte Wochenverlauf für die ausgewählten Zeiträume (blaue Linie) über die letzten neun Jahre.

Bild 1 zeigt die stündliche Auswertung des Gold-Future über die gesamte Handelswoche

Die Handelszeiten des Gold-Future wurden dabei auf 08:00 bis 22:00 Uhr deutscher Zeit eingegrenzt, um die Kursverläufe am Vormittag und Nachmittag einfacher zu erkennen. Sicherlich mag es auch in der Nacht Anomalien bei Gold geben; diese werden aber im Artikel nicht weiter betrachtet. Die skizzierte Auswertung macht den Effekt der vormittäglichen Schwäche besonders deutlich. An fast allen Handelstagen fällt der Kurs – ähnlich wie beim EUR/USD – am Vormittag sogar schon ab 08:00 Uhr und nicht erst ab 10:00 Uhr. Diese Schwäche endet etwas später als beim EUR/USD gegen 16:00 Uhr.

Konkretes Setup und Kennzahlen

Um die morgendliche Schwäche zu validieren und ausnutzen zu können, hat der Autor ein einfaches Handelssystem geschrieben. Die Regeln sehen wie folgt aus:

  1. Es wird nur in Short-Richtung gehandelt.
  2. Jeden Tag wird um 08:00 Uhr eine Position eingegangen und am selben Tag um 15:45 Uhr wieder geschlossen.
  3. Die Position wird nur dann eröffnet, wenn der Kurs zum Einstiegszeitpunkt auf dem Tages-Chart unter seinem einfachen Gleitenden Durchschnitt (GD) über fünf Perioden liegt.
  4. Der Stopp-Loss liegt im Abstand von einem Prozent.
  5. Das Profit-Target liegt im Abstand von 0,5 Prozent.
  6. Die Positionsgröße beträgt jeweils einen Kontrakt im Gold-Future (CME-Symbol: GC).

Kennzahlen und Equity-Kurve

Im untersuchten Backtest-Zeitraum vom 01.01.2009 bis 30.06.2018 gab es 1120 Trades mit einem Gewinn von gut 145.000 US-Dollar nach Kommissionen. Der Profitfaktor von 1,62 kann als sehr gut angesehen werden, vor allem da der Drawdown lediglich bei 7190 US-Dollar liegt. Auch die ausgeglichene Verteilung der Equity-Kurve über die einzelnen Jahre lässt das Handelssystem sehr stabil erscheinen. Mit diesen Zahlen konnte bei einem so einfachen Ansatz nicht gerechnet werden.

Tabelle 1 zeigt die wichtigsten Kennzahlen der Handelsstrategie.

abelle 1 zeigt die wichtigsten Kennzahlen der Handelsstrategie.

Der Backtest (01.01.2009 bis 30.06.2018) zeigt eine sehr stabile Kapitalkurve mit überraschend geringem Drawdown. Ebenso ist die Ausgeglichenheit der Jahresverläufe gut erkenntlich. 

Der Backtest (01.01.2009 bis 30.06.2018) zeigt eine sehr stabile Kapitalkurve mit überraschend geringem  Drawdown. Ebenso ist die Ausgeglichenheit der Jahresverläufe gut erkenntlich.

Weitere Verbesserung des Ansatzes

Als ergänzende statistische Auswertung schauen wir uns nun noch die einzelnen Handelstage in Bild 3 an, um unterschiedliche Ausprägungen besser nutzen zu können.

Der Seasonality-Indikator zeigt die Wochentage von der Eröffnung bis zum Schlusskurs, also ohne Übernacht-Gap. 

Der Seasonality-Indikator zeigt die Wochentage von der Eröffnung bis zum Schlusskurs, also ohne Übernacht-Gap.

Da gold sich montags und mittwochs besonders schwach präsentiert, könnte an diesen Tagen die Positionsgröße im handelssystem entsprechend höher gewählt werden. Dieses indiz muss aber erst durch weitere Tests bewiesen werden und dient lediglich als denkanstoß für eigene untersuchungen. (Tipp: NanoTrader nutzen).

Fazit

Die Saisonalität, die sich visuell in den charts zeigte, hat sich in unseren rückrechnungen bestätigt. Demnach haben wir mit unserer handelslogik eine stabile saisonale intraday-Strategie entwickelt. Das geringe Profit-Target führt zu einer recht hohen Trefferquote. Hier liegt auch einer der kernpunkte der Strategie. der goldmarkt neigt zu heftigen kurzfristigen bewegungen in eine richtung. Viele Trades werden durch das engere Profit-Target frühzeitig im gewinn beendet. der weitere Stopp gibt den 
Trades gleichzeitig genug raum, um zu atmen.

Holger Breuer

Erfahrungen Holger Breuer

Holger Breuer ist diplomierter Informatiker und programmiert seit mehr als 20 Jahren Softwaresysteme. Er entwickelt und tradet systematische Handelsansätze und programmiert Systeme und Indikatoren. Quelle: Traders' Mag.



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