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Mario Lüddemann: Ein Trader auf alle Zeitebenen (Teil 1)

Trader Mario Lüddemann Erfahrungen.

Mario Lüddemann ist professioneller Trader mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung und über 55.000 durchgeführten Trades. Zudem ist er als Trading-Coach aktiv und bietet Seminare an, wofür er sich als Trainer und Redner zertifizieren ließ. Bei Finanzbuch Verlag veröffentlichte er ein Buch namens „Wie Sie Ihr kleines Konto zu einem grossen traden“.

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  • Herr Lüddemann, Sie sind seit mehr als 20 Jahre an der Börse aktiv. Bitte erzählen Sie kurz wie alles angefangen hat.

Mario Lüddemann: Das war im Jahr 1996, als ich meine ersten Aktien kaufte – die der Deutschen Telekom. Um genau zu sein, hatte ich die Aktien beim Börsengang gezeichnet und gleich am ersten Handelstag ein dickes Plus, als der erste Kurs weit über dem Ausgabepreis zustande kam. Ich war damals Vertriebsleiter bei Bertelsmann und hatte mit einem kleinen 5000-Mark-Konto begonnen. In den ersten beiden Jahren konnte ich mein Kapital schon um ein Vielfaches steigern. Es lief so gut, dass ich mich schon im Jahr 1998 dazu entschloss, meinen Job an den Nagel zu hängen und hauptberuflicher Trader zu werden.

  • Un das hat funktioniert?

Mario Lüddemann: Es lief sensationell gut. Heute weiß ich, dass das vor allem der damals völlig übertriebenen Marktphase geschuldet war. Bis zum Jahr 2000 hatte ich bereits eine Million an Trading-Gewinnen erzielt. Es schien keine Grenzen zu geben. Trading war leicht, zu leicht. Im Jahr 2001 folgte mit dem Markteinbruch die Ernüchterung und ich musste mein erstes und bisher einziges Verlustjahr verbuchen. Wie alle anderen Marktteilnehmer war ich nur auf steigende Kurse gepolt und Short-Positionen in Aktien waren damals noch nicht möglich. Zum Glück zog ich noch rechtzeitig die Reißleine und stieg aus allen Positionen aus, sodass ich letztlich nur etwa 15 Prozent verlor.

  • Wie ging es dann weiter?

Mario Lüddemann: Ich zog mich zurück und überdachte und verbesserte meine Strategie. Von nun an handelte ich sowohl long als auch short, was nach einem Wechsel des Brokers gut umsetzbar war. Eine ganze Weile konzentrierte ich mich auf kurzfristige Arbitrage-Geschäfte, was damals noch schön funktionierte. Mit größerem Handelskonto skalierten diese Trades aber immer schlechter. Außerdem wurde es im Lauf der Zeit immer schwieriger, gute Gelegenheiten zu finden und Gewinne einzufahren. Also begann ich mich Stück für Stück auf längere Zeithorizonte im Intraday Trading und ab 2006 auch ins Swing- und Positions-Trading zu begeben.

Während des Crashs im Jahr 2008 konnte ich dann davon profitieren, dass ich im Jahr 2001 meine Lektionen auf der Short-Seite gelernt hatte.

  • Welche Märkte und Zeitebenen handeln Sie Heute?

Mario Lüddemann: Meine Hauptmärkte sind deutsche und US-Aktien (DAX und liquide MDAX- und TecDAX-Werte). Ich handle zweimal am Tag jeweils einen 3-Stunden-Block um die Eröffnung der Märkte von 08:00 bis 11:00 Uhr (Deutschland) und von 14:00 bis 17:00 Uhr (USA). In diesen Zeiten gibt es für meine Strategien die besten Setups. Ich sitze also nicht mehr wie früher den ganzen Tag vorm Bildschirm. Neben den Aktien, die etwa 90 Prozent meines Tradings ausmachen, handle ich ein bisschen EUR/USD, Edelmetalle, Volatilitätsprodukte und ein paar exotische Märkte wie Russland oder Nigeria über Exchange Traded Funds (ETFs) beziehungsweise klassische Fonds. Was die Zeitebenen angeht, bin ich im Prinzip vom 1-Minuten- bis zum Wochen-Chart in allen Bereichen aktiv.

  • Sie machen also kurzfristige intraday Trades, aber halten andere Positionen wiederum jahrelang als Investments?

Mario Lüddemann: Ja, einige Positionen können tatsächlich jahrelang laufen. Um alles besser koordinieren und überblicken zu können, habe ich mein Kapital in zwei Blöcke unterteilt: 80 Prozent gehen auf die Investment- und 20 Prozent auf die Trading-Seite. Daran sehen Sie schon, dass ich im langfristigen Bereich deutlich größere Positionen habe. Wichtig ist für mich, dass ich die beiden Anlagestile trenne, damit mich zum Beispiel ein kurzfristiger Daytrade nicht dazu verleitet, gleich noch den Stopp bei einem Trade auf Tagesbasis viel zu weit nachzuziehen. Das Vermischen aller Zeithorizonte auf einem Konto wäre eine ziemliche Fehlerquelle. Zudem sollte man schon allein wegen des Kontrahentenrisikos sein Kapital auf mehrere Konten verteilen, wenn die Beträge groß genug sind.

Bild 1. Grundlagen der Trendbestimmung. Dieses einfache Schema zeigt die Grundidee der Trends.

Trading-Strategien Mario Lüddemann.

  • Wie gehen Sie grundsätzlich vor, wenn Sie die Märkte analysieren?

Mario Lüddemann: Als Erstes schaue ich auf mein Marktphasenmodell, das insgesamt sechs verschiedene Phasen umfasst. Es zeigt mir an, ob sich der Markt in einem sauberen Aufwärts- oder Abwärtstrend befindet, eine Top- oder Bodenbildung vollzieht oder eine unsichere Zwischenphase vorliegt. Die einzelnen Phasen sind:

  1. Bodenbildung
  2. Stabilisierung
  3. Aufwärtstrend (gute Einstiege möglich)
  4. Unsicherheit (Gefahr einer Topbildung)
  5. Unsicherheit (erhöhte Wahrscheinlichkeit der Trendumkehr)
  6. Abwärtstrend (gute Einstiege möglich)

Momentan (Stand: 18. April) haben wir eine unsichere Marktphase, was für mich heißt, dass ich auf Basis des Marktphasenmodells keine neuen Positionen eröffne und nur meine bestehenden Trades im Stunden- und Tages-Chart verwalte. Nachrichten- sowie volatilitätsbasierte Trades sind aber dennoch möglich, wenn sich Gelegenheiten dazu bieten.

Bild 2. Trade im Tages-Chart. Dieses Beispiel zeigt einen idealen Gewinn-Trade. Der Einstieg bei der Aktie der Deutschen Börse erfolgte bei Ausbruch auf ein neues Hoch. Die Aktie stieg über Monate weiter an und Mario Lüddemann zog den Stopp Stück für Stück nach. Zum Redaktionsschluss war die Position noch offen.

Aktien handeln wie Mario Lüddemann.

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Bild 3. Verlust-Trade bei Amazon. Dieser Chart zeigt einen Verlust-Trade. Der Einstieg in die Amazon-Aktie erfolgte beim Erzielen neuer Allzeithochs nach der vorherigen Korrektur. Nach einem kleinen weiteren Anstieg wurde die Kursbewegung volatiler und es kam zu einer Abwärtskurslücke, die den Stopp-Loss auslöste.

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  • Wie lauft der Prozess ab?

Mario Lüddemann: Das Modell basiert jeweils auf dem Marktindex und bestimmten Gleitenden Durchschnitten (GD). Wenn es beispielsweise für den DAX einen sauberen Long-Trend anzeigt, suche ich mir im nächsten Schritt geeignete Aktien für meine Long-Positionen heraus. Ich kaufe also Aktien auf Basis der Indexrichtung. Dazu suche ich mir in diesem Fall die stärksten Werte aus.

  • Wie viele Aktien kaufen Sie dann? Es sind in einem Index ja immer viele Aktien besser als der Durchschnitt.

Mario Lüddemann: Mein Risiko pro Trade liegt bei 0,25 Prozent gemessen am zugehörigen Stopp-Loss; die Positionsgröße ist auf maximal zehn Prozent des Handelskontos begrenzt. Pro Sitzung am deutschen sowie am US-Markt möchte ich maximal ein Prozent meines Kapitals riskieren, was demnach jeweils vier Positionen entspricht. Ist der deutsche Markt also auf Long, kaufe ich maximal vier verschiedene Positionen. Das Gleiche gilt für den US-Markt. Short-Positionen sind dabei nicht vorgesehen, da mein Marktmodell ja in unserem Beispiel auf Long steht. Eine zusätzliche Position ist erst erlaubt, wenn ich zwei bestehende Trades auf Break-Even absichern konnte. Auf diese Weise reduziere ich im Tagesverlauf langsam das Risiko. Zusätzlich zu den genannten Beschränkungen habe ich ein maximales Verlustlimit in Höhe von 2,5 Prozent pro Woche.

  • Angenommen, Sie haben eine starke Aktie als Long-Kandidat gefunden. Wie gehen Sie beim Einstieg vor?

Mario Lüddemann: Meine Methode basiert auf den Prinzipien der Markttechnik, die im Grundsatz wiederum auf die Dow-Theorie zurückgeht. Die Regeln sind in meiner Handels-Software einprogrammiert, sodass mir schon morgens alle Long- beziehungsweise Short-Kandidaten über ein automatisches Screening angezeigt werden. Zusätzlich beachte ich aber auch Faktoren wie die übergeordnete Stimmungslage, Nachrichten und Saisonalitäten. Im einfachsten Fall suche ich mir im Stunden-Chart eine Konsolidierung im Trend und handle den Ausbruch mit einer Stopp-Limit-Order. Der Stopp geht unter das letzte Tief und mein Kursziel beträgt im Daytrading das Zwei- bis Vierfache des Risikos. Wie weit der Kurs im Erfolgsfall läuft, schätze ich anhand der Volatilität ein. In ruhigen Märkten ist ein Chance/Risiko-Verhältnis (CRV) von 2:1 sinnvoll, in volatilen Zeiten kann man manchmal ein CRV von 4:1 rausholen.

  • Sie setzen im Daytrading also ein festes Kursziel?

Mario Lüddemann: Da ich im Daytrading meine Positionen am gleichen Tag eröffne und schließe, muss ich in den meisten Fällen ohnehin bis zum Tagesende aussteigen. Liegt eine Position im Tagesverlauf schon weit im Gewinn, ist es wahrscheinlich, dass der Kurs bis zum Schluss nochmal schwächelt. In der Regel fahre ich also besser, direkt per gut platziertem Kursziel auszusteigen. Selbst dann, wenn der Kurs weiter ansteigt, würde der nachgezogene Stopp meist noch auf tieferem Niveau liegen als das vorherige Kursziel. Sollte dann noch eine stärkere Korrektur kommen, habe ich mit dem nachlaufenden Stopp also selbst dann weniger Gewinn als beim Kursziel gemacht, wenn dieses Kursziel nicht optimal war. Mit anderen Worten: Im Daytrading geht mir die Zeit aus, um wirklich von einem Trend profitieren zu können. Und das feste Kursziel ist aus meiner Sicht auch mathematisch das richtige Gegengewicht zum Stopp, der mich ja analog dazu im Sinne eines „Negativkursziels“ am ungünstigsten Punkt des bis dahin erfolgten Kursverlaufs aus dem Trade nimmt. Quelle: Traders' Mag.

Teil 2 des Interviews mit Mario Lüddemann lesen.

Video mit Mario Lüddemann.


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