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Pit Bull Marty Schwartz

Marty Schwartz gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten der amerikanischen Trading-Szene und steht wie kaum ein anderer Trader für einen grundlegenden Wandel des eigenen Handelsstils. Bekannt wurde er unter anderem durch seine außergewöhnlichen Trading-Ergebnisse, seine Teilnahme an der U.S. Investing Championship und seinen Auftritt in Jack Schwagers berühmtem Buch Market Wizards.

Seine Karriere begann allerdings keineswegs mit außergewöhnlichen Erfolgen. In den 1970er-Jahren arbeitete Schwartz zunächst als fundamentaler Aktienanalyst an der Wall Street. Fast ein Jahrzehnt lang versuchte er, mithilfe klassischer Unternehmensanalysen und langfristiger Einschätzungen erfolgreich an den Märkten zu agieren – mit Ergebnissen, die ihn selbst nicht zufriedenstellten.

Später beschrieb er diese Phase als eine lange Zeit voller Frustration und unterdurchschnittlicher Ergebnisse.

Der entscheidende Wendepunkt kam, als Schwartz seinen bisherigen Ansatz grundlegend infrage stellte. Statt sich weiterhin hauptsächlich auf Fundamentaldaten und langfristige Prognosen zu verlassen, konzentrierte er sich zunehmend auf technische Analyse, kurzfristige Kursbewegungen und aktives Trading.

Er handelte unter anderem Futures und Optionen und begann, seine Positionen konsequent anhand der tatsächlichen Marktentwicklung zu steuern.

Dieser Wechsel veränderte seine Karriere grundlegend. Schwartz entwickelte sich zu einem erfolgreichen kurzfristig orientierten Trader und machte sich insbesondere durch seine konsequente Verbindung aus technischer Analyse, Risikomanagement und Trading-Psychologie einen Namen.

Seine Erfahrungen veröffentlichte er später in seinem eigenen Buch Pit Bull: Lessons from Wall Street’s Champion Trader.

Marty Schwartz' Weg an die Finanzmärkte

Die ersten Jahre von Marty Schwartz an der Börse zeigen, wie entscheidend es sein kann, einen Handelsstil zu finden, der zur eigenen Persönlichkeit passt.

Als Fundamentalanalyst beschäftigte er sich intensiv mit Unternehmen, Bewertungen und langfristigen Perspektiven. Auf Basis dieser Informationen entwickelte er Überzeugungen darüber, welche Aktien steigen oder fallen sollten.

Das Problem: Dieser Ansatz funktionierte für ihn persönlich nicht.

Über Jahre hinweg gelang es Schwartz nicht, die Ergebnisse zu erzielen, die er sich vorgestellt hatte. Dabei erkannte er zunehmend, dass nicht unbedingt fehlendes Wissen sein größtes Problem war. Vielmehr passte die Art und Weise, wie er dieses Wissen im Markt einsetzte, nicht zu seinem eigenen Charakter.

Der Wendepunkt kam mit einer grundlegenden Veränderung seiner Denkweise.

Schwartz löste sich zunehmend von langfristigen fundamentalen Überzeugungen und begann stattdessen, den Kurs selbst zum wichtigsten Entscheidungskriterium zu machen.

Technische Signale, kurzfristige Trends und das tatsächliche Verhalten des Marktes rückten in den Mittelpunkt.

Gleichzeitig begann er, seine Positionen wesentlich aktiver zu managen. Statt einen Trade trotz einer ungünstigen Kursentwicklung weiter zu halten, war er nun bereit, seine Einschätzung schnell zu korrigieren.

Diese Veränderung wurde zum entscheidenden Schritt seiner Trading-Karriere.

Marty Schwartz' Trading-Strategie: Der Kurs entscheidet

Im Mittelpunkt von Marty Schwartz' Trading-Philosophie steht eine vergleichsweise einfache Erkenntnis: Der Markt interessiert sich nicht für die persönliche Meinung eines Traders.

Ein Trader kann eine hervorragend begründete Analyse besitzen und trotzdem Geld verlieren, wenn sich der Markt in die entgegengesetzte Richtung bewegt.

Für Schwartz wurde deshalb das tatsächliche Kursverhalten wichtiger als die Frage, was ein Markt seiner Meinung nach tun sollte.

Statt langfristig an einer fundamentalen Einschätzung festzuhalten, konzentrierte er sich auf kurzfristige technische Signale und Preisbewegungen.

Dabei unterschied Schwartz deutlich zwischen zwei Dingen: mit einer Marktmeinung richtigzuliegen und mit einem Trade tatsächlich Geld zu verdienen.

Eine richtige Prognose allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, wie ein Trader seinen Einstieg wählt, seine Position steuert, sein Risiko kontrolliert und schließlich aus dem Markt aussteigt.

Zu den wichtigsten Grundprinzipien seines Trading-Ansatzes gehören:

  • Das tatsächliche Kursverhalten besitzt Vorrang vor der eigenen fundamentalen Meinung.
  • Positionen werden aktiv gesteuert und nicht allein aufgrund einer langfristigen Überzeugung gehalten.
  • Verluste werden konsequent begrenzt, sobald die ursprüngliche Handelsidee nicht mehr funktioniert.
  • Eine richtige Marktmeinung und ein profitabler Trade sind nicht automatisch dasselbe.
  • Technische Signale und kurzfristige Marktbewegungen bilden wichtige Entscheidungsgrundlagen.
  • Der Trader muss bereit sein, seine Meinung jederzeit zu ändern.
  • Das eigene Ego darf einer notwendigen Handelsentscheidung nicht im Weg stehen.

Gerade der letzte Punkt spielt bei Schwartz eine besonders wichtige Rolle.

Marty Schwartz' Risikomanagement: Kapital vor Meinung

Der Wechsel zum aktiven Trading funktionierte für Marty Schwartz nicht allein deshalb, weil er technische Analyse einsetzte. Ebenso entscheidend war die Veränderung seines Risikomanagements.

Während seiner frühen Jahre hielt er teilweise zu lange an seinen fundamentalen Einschätzungen fest. Später erkannte er, dass eine überzeugende Analyse niemals wichtiger sein darf als der Schutz des eigenen Trading-Kapitals.

Wenn ein Trade nicht funktioniert, muss ein Trader reagieren.

Das klingt einfach, ist in der Praxis jedoch schwierig. Denn das Schließen einer Verlustposition bedeutet gleichzeitig, sich einzugestehen, dass die ursprüngliche Einschätzung zumindest zum gewählten Zeitpunkt nicht funktioniert hat.

Genau an dieser Stelle treffen Risikomanagement und Trading-Psychologie aufeinander.

Zu den wichtigsten Grundsätzen seines Risikomanagements gehören:

  • Verluste sollen konsequent begrenzt werden, sobald sich ein Trade als falsch erweist.
  • Der Schutz des Kapitals steht über dem Wunsch, die eigene Marktmeinung zu verteidigen.
  • Positionen müssen kontinuierlich überwacht und gesteuert werden.
  • Eine emotionale Bindung an einzelne Trades kann zu einem erheblichen Risiko werden.
  • Fehler müssen akzeptiert werden, bevor aus kleinen Verlusten große Verluste entstehen.
  • Flexibilität ist wichtiger als das Festhalten an einer ursprünglichen Prognose.

Für Schwartz ist ein Verlust deshalb nicht automatisch ein persönliches Scheitern. Problematisch wird er vielmehr dann, wenn ein Trader aus Ego oder Hoffnung nicht bereit ist, auf eine veränderte Marktsituation zu reagieren.

Marty Schwartz über Trading-Psychologie: Angst und Ego kontrollieren

Kaum ein erfolgreicher Trader spricht so offen über die psychologischen Belastungen des aktiven Tradings wie Marty Schwartz.

Für ihn sind nicht ausschließlich Analyse oder Marktkenntnisse dafür verantwortlich, ob ein Trader langfristig erfolgreich sein kann. Mindestens ebenso wichtig ist die Fähigkeit, die eigenen Emotionen unter Kontrolle zu halten.

Besonders Angst und Ego betrachtet Schwartz als gefährliche Faktoren.

Angst kann dazu führen, dass ein Trader einen guten Einstieg verpasst, einen profitablen Trade zu früh beendet oder in einer Verlustposition handlungsunfähig wird.

Das Ego kann dagegen genau das Gegenteil bewirken. Ein Trader hält möglicherweise an einer falschen Position fest, weil er unbedingt beweisen möchte, dass seine ursprüngliche Analyse richtig war.

Auch nach erfolgreichen Trades kann das Ego gefährlich werden. Eine Serie von Gewinnen kann zu übermäßigem Selbstvertrauen führen, wodurch Positionsgrößen erhöht oder bestehende Handelsregeln ignoriert werden.

Typische psychologische Themen in Schwartz' Trading-Philosophie sind deshalb:

  • Angst während eines laufenden Trades kontrollieren
  • nach Verlusten emotional stabil bleiben
  • nach Gewinnen nicht übermütig werden
  • Fehler akzeptieren, ohne sie persönlich zu nehmen
  • das eigene Ego von Handelsentscheidungen trennen
  • auch unter hohem Druck diszipliniert bleiben

Schwartz sprach zudem offen über die persönlichen Belastungen, die intensives Trading mit sich bringen kann. Der hohe Druck und die permanente Beschäftigung mit den Märkten wirkten sich zeitweise auch auf sein Privatleben und sein Wohlbefinden aus.

Damit vermittelt seine Geschichte gleichzeitig eine wichtige Erkenntnis: Aktives Trading verlangt nicht nur technisches Wissen, sondern auch psychische Belastbarkeit und Selbstkontrolle.

Marty Schwartz' Trading-Philosophie: Price Action statt Prognosen

Die vielleicht wichtigste Lektion aus Marty Schwartz' Karriere besteht in seiner Entwicklung vom meinungsorientierten Analysten zum preisorientierten Trader.

Er stellte nicht einfach nur einige Indikatoren um oder ergänzte seine fundamentale Analyse durch Charttechnik. Vielmehr veränderte er die grundsätzliche Art, wie er den Markt betrachtete.

Früher fragte er sich vor allem: Was müsste der Markt aufgrund meiner Analyse tun?

Später wurde die entscheidende Frage: Was macht der Markt tatsächlich?

Dieser Unterschied ist zentral für seine Trading-Philosophie.

Ein aktiver Trader muss nach Schwartz nicht dauerhaft Recht behalten. Er muss vielmehr erkennen, wann seine ursprüngliche Annahme nicht funktioniert, und entsprechend reagieren.

Dadurch wird Trading weniger zu einer Suche nach perfekten Prognosen und stärker zu einem Prozess aus Beobachtung, Entscheidung, Risikokontrolle und Anpassung.

Technische Analyse dient dabei als Werkzeug, um das tatsächliche Verhalten des Marktes möglichst objektiv beurteilen zu können.

Marty Schwartz und die Bedeutung der Disziplin

Der Erfolg von Marty Schwartz wird häufig mit seiner technischen Handelsstrategie verbunden. Seine eigene Geschichte zeigt jedoch, dass Disziplin mindestens ebenso wichtig war.

Der entscheidende Unterschied zwischen seinen frühen erfolglosen Jahren und seiner späteren Trading-Karriere bestand nicht nur darin, dass er andere Informationen verwendete.

Er begann auch, anders auf Gewinne und Verluste zu reagieren.

Statt seine eigene Marktmeinung zu verteidigen, konzentrierte er sich stärker darauf, das Richtige für sein Trading-Kapital zu tun. Dazu gehörte insbesondere die Bereitschaft, Verlustpositionen zu schließen und neue Chancen abzuwarten.

Diese Fähigkeit zur Selbstkorrektur ist ein zentraler Bestandteil seines Ansatzes.

Ein erfolgreicher Trader muss nach dieser Philosophie nicht beweisen, dass er Recht hat. Er muss lediglich sicherstellen, dass richtige Entscheidungen mehr einbringen, als falsche Entscheidungen kosten.

Für wen eignet sich Marty Schwartz' Trading-Ansatz?

Marty Schwartz' Trading-Stil richtet sich insbesondere an aktive Marktteilnehmer, die bereit sind, ihre Entscheidungen konsequent an der tatsächlichen Kursentwicklung auszurichten.

Sein Ansatz eignet sich vor allem für Trader, die:

  • bereit sind, eine bestehende Marktmeinung aufzugeben, wenn die Kursentwicklung dagegen spricht,
  • technische Analyse und Price Action stärker gewichten möchten,
  • Verluste schnell und konsequent begrenzen können,
  • ihre Positionen aktiv überwachen und steuern möchten,
  • sich intensiv mit Trading-Psychologie beschäftigen,
  • ihre eigenen emotionalen Schwächen erkennen und kontrollieren wollen,
  • kurzfristigere Handelsansätze gegenüber langfristigem Buy and Hold bevorzugen,
  • akzeptieren können, regelmäßig falschzuliegen, ohne deshalb ihre Disziplin zu verlieren.

Der Ansatz eignet sich dagegen weniger für Anleger, die Positionen kaufen und anschließend über Jahre hinweg möglichst wenig beobachten möchten.

Schwartz' Trading-Stil verlangt Aufmerksamkeit, schnelle Entscheidungen und vor allem die Fähigkeit, unter Druck konsequent zu handeln.

Fazit: Warum Marty Schwartz die Trading-Welt geprägt hat

Marty Schwartz steht wie kaum ein anderer Trader für die Erkenntnis, dass ein erfolgreicher Handelsstil nicht allein von Wissen abhängt, sondern auch zur Persönlichkeit des Traders passen muss.

Seine Karriere begann als Fundamentalanalyst – mit Ergebnissen, die ihn über Jahre hinweg enttäuschten. Erst als er seinen Ansatz grundlegend veränderte und sich auf technische Analyse, kurzfristige Kursbewegungen und aktives Positionsmanagement konzentrierte, gelang ihm der entscheidende Durchbruch.

Damit wurde seine eigene Karriere zu einem eindrucksvollen Beispiel dafür, welchen Einfluss Anpassungsfähigkeit auf das Trading haben kann.

Schwartz lernte, dass eine überzeugende Marktmeinung wertlos sein kann, wenn die tatsächliche Kursentwicklung dagegen spricht. Er lernte, Verluste zu akzeptieren, Positionen aktiv zu steuern und das eigene Ego aus Handelsentscheidungen herauszuhalten.

Seine vielleicht wichtigste Botschaft lautet deshalb nicht, dass technische Analyse grundsätzlich besser ist als Fundamentalanalyse. Vielmehr zeigt seine Geschichte, wie wichtig es ist, einen Trading-Ansatz zu finden, der zur eigenen Persönlichkeit passt und gleichzeitig konsequentes Risikomanagement ermöglicht.

Marty Schwartz' Karriere verbindet damit drei Faktoren, die auch heute noch zu den wichtigsten Themen des aktiven Tradings gehören: Price Action, Risikomanagement und Trading-Psychologie.

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