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DAX und DOW – Unkonventionelle Maßnahmen

März 2020. Die Aktienmärkte haben den ersten Corona-Schock überstanden. Die wichtigsten Börsen rund um die Welt versuchen sich zu stabilisieren. Der Dow kämpft um die Marke von 18.500 Zählern. Der DAX ringt um 8.000 Zähler um Halt.

Der steile Absturz – der Dow erlebte Minus-Tage von historischem Ausmaß – ist auf zwei Faktoren zurückzuführen. Einerseits müssen sich die Marktteilnehmer mit einem global neuen Szenario auseinandersetzen. Sie versuchen, die fundamentalen wirtschaftlichen Folgen einer globalen Pandemie-Rezession einzupreisen. Die Schwierigkeit: Niemand kann heute absehen, wie lange die global praktizierte Abschottung anhalten wird.


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Der eigentliche Absturz-Treiber war aber Liquiditätsmangel. Die Börse hat einen Liquiditäts-Crash erlebt. Bei vielen Positionen waren angesichts der schon kräftig gefallenen Kurse die Risikobudgets ausgeschöpft. Anleger waren darum gezwungen, zu verkaufen. Wir hören, dass auch große Adressen schlicht abgeben mussten – was den Abgabedruck verstärkt hat. Das ist ein bekannter Effekt, der bei seinem Eintreten in seiner Heftigkeit viele Marktteilnehmer aber immer wieder überrascht.

Dass die Märkte einen Liquiditäts-Crash erlebt haben, zeigt sich an der Kursentwicklung vieler Assetklassen. Neben Aktien knickten auch Anleihen ein, auch die Fluchthäfen Gold und Silber kamen massiv unter Druck. Es war auch sichtbar, dass jegliche auch noch so kleine Kurserholung immer wieder schnell zu neuen Abverkäufen genutzt wurde.

Inzwischen verdichten sich etliche Anzeichen, dass Notenbanken und Politik handeln werden, um weitere Kursverluste möglichst zu verhindern. Die Liste der möglichen Aktionen ist lang und gravierend. Einerseits haben die Notenbanken bereits agiert und kräftig die Zinsen gesenkt, die Fed sogar wieder bis auf null. Von Seiten der Politik werden zahlreiche Rettungsmaßnahmen und schuldenfinanzierte Pakete in Milliarden-Umfang aufgerufen. Gestützt wird das durch die Nullzinspolitik der Notenbanken.

Daneben kommen völlig neue Maßnahmen ins Gespräch. So wird ein Leerverkaufsverbot debattiert, um den Verkaufsdruck zu reduzieren. Italien hat dies bereits für die Dauer von drei Monaten beschlossen. Hinzu kommen Überlegungen, dass auch die EZB – wie viele andere Notenbanken auch – die Möglichkeit bekommen soll, Aktien per ETF zu kaufen. Dem Vernehmen nach wird bereits an einem Papier dazu gearbeitet. Bisher ist der Aktienkauf für die EZB nicht reguliert. Darum meinen Insider: „Was nicht verboten ist, das ist erlaubt.“ Es gibt vereinzelt sogar Rufe, sämtliche Börsen für zwei Wochen zu schließen. Zumindest per heute halten wir das aber für undenkbar.

FAZIT

Die Märkte sind angeschlagen, kippelig und die Händler nervös. Das Risiko, dass es einen weiteren kräftigen Rutsch nach unten gibt, ist virulent. Hält die Marke von 8.000 Punkten im DAX nicht, wird die Unterstützung bei 6.000 und danach 4.000 Zählern getestet. An beiden Marken empfehlen wir Strategen, per ETF in den Markt einzusteigen.


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