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DAX und DOW – Pleiten & Party

Juli 2020. Die Aktienmärkte starten in Partystimmung ins dritte Quartal. Die steile V-Erholung der Aktienkurse vom Corona-Tief hat die Indizes schon wieder weit nach oben getrieben. Der US-Tech-Index Nasdaq ist inzwischen sogar auf ein neues Allzeithoch von über 10.000 Punkten geklettert. Dow und DAX ziehen nahezu ungebremst hinterher.

Der Optimismus an den Börsen nimmt mit den steigenden Kursen immer weiter zu - unsere Skepsis aber auch. Wir warten nach wie vor auf eine zweite Verkaufswelle an den Märkten und halten es für sehr unwahrscheinlich, dass diese ausbleibt. Die Märkte werden vom billigen Geld getrieben. Die Leitzinsen sind weltweit historisch tief, die Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken ist atemberaubend. Auch die Ausgabenprogramme der Regierungen erreichen völlig neue Dimensionen. 

Als aktuelle Kurstreiber kommen die institutionellen Investoren nun hinzu. Während die Privaten in der Corona-Krise schon beherzt zugegriffen haben, konnten das viele „Instis“ nicht. Vor allem haben ihnen die Volatilitätsregeln oft einen Riegel vorgeschoben und Investments nicht erlaubt. Nun kommen diese Adressen in den Markt zurück und kaufen kräftig ein. Aus diversen Fonds und Vermögensverwaltungen hören wir dazu aber auch, dass die Institutionellen mit „grummeligem Bauch“ kaufen. Erstens, weil sie den ersten Teil der Rally verpasst haben. Zweitens, weil sie die Kurse inzwischen vielfach für schon wieder teuer halten. Aber viele Adressen haben auch jetzt keine andere Wahl. Sie leiden unter FOMO, wie es im Händlerjargon heißt. FOMO, das ist die Angst, etwas zu verpassen (fear of missing out). Also wird gekauft und gehofft.


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Wir bemühen uns gerade wegen des überbordenden Optimismus der anderen, nach „schwarzen Schwänen“ Ausschau zu halten. Und wir haben nicht einmal große Mühe, sogar mehrere zu entdecken. Die Corona-Entwicklung in den USA ist nach wie vor dynamisch. Das dürfte dazu führen, dass immer wieder lokal und regional hart eingegriffen, die Wirtschaft gebremst werden muss. Je länger das dauert, desto schwieriger (weil unkalkulierbarer) wird es. 

Zugleich läuft der US-Präsidentenwahlkampf auf seinen Höhepunkt zu. US-Präsident Donald Trump, der in der Wählergunst deutlich abrutscht, wird mit allen Mitteln um seine zweite Amtszeit kämpfen. Seine Marschroute: den starken Mann markieren. Ein neues Aufbrechen des Handelsstreits mit China, aber auch mit Europa ist wahrscheinlich.  
Auch in der Realwirtschaft sehen wir „schwarze Schwäne“. Die Zahlen zum zweiten Quartal dürften brutal schlecht werden. Relevanter ist aber der Ausblick für den Rest des Jahres. Hier erwarten wir, dass viele Unternehmen ein sehr vorsichtiges und eher pessimistisches Bild zeichnen werden. Das birgt Enttäuschungspotenzial – genau im Sommer, einer ohnehin eher schwachen Börsensaison.

Richtig mies könnte die Stimmung schnell werden, wenn es weitere große Pleiten gibt. Insbesondere in den USA ist das Risiko erheblich. So hat der US-Ölförderer Cheasapeak gerade Insolvenz angemeldet. Auch NPC International, Betreiber von 1.200 Pizza Hut-Restaurants und 385 Wendy´s, geht in die Insolvenz. Auch der kanadische Cirque de Soleil ist insolvent. Die Zirkustruppe hat bei einem Jahresumsatz von 850 Mio. US-Dollar Schulden von 900 Mio. US-Dollar aufgebaut. 

FAZIT

Die Vermögensstrategie sollte diesen Risiken Rechnung tragen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Börsen-Unfalls ist vielleicht klein, weil die Notenbanken noch alle Risiken mit Geld wegspülen. Das wird aber nicht ewig gelingen und das Schadensrisiko bei einem Unfall ist sehr groß. Darum derzeit keine neuen Aktienkäufe. Fahren Sie die Rally mit, schnallen Sie sich aber an (Stoppkurse). Gold gehört als Absicherung ins Depot, Rohstoffe als preiswerte Diversifikation. Quelle: Stefan Ziermann, Fuchs-Kapital


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